Aussteigen - die Frage ist nicht ob, sondern wie?

Hier kann nun jeder fragen oder selbst was zum besten geben

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Aussteigen - die Frage ist nicht ob, sondern wie?

Beitragvon chiemono » 21. Jul 2009 21:12

Da es ja derzeit generell viele Leute gibt, die sich für ein alternatives Leben interessieren, gibt es natürlich auch dementsprechend viele verschiedene Vorstellungen davon. Der Biotrip spielt natürlich auch eine Rolle und deswegen bedeutet für viele alternativ zu leben, einfach ein bißchen Gemüse selber anzubauen.

Man kann sagen, dass aber die meisten deswegen nicht auf ihren gewohnten Luxus verzichten wollen, wie Zentralheizung, Fernseher, Computer, Auto, Einkaufsbummel, ...

Nun kommt aber etwas ins Spiel, das den meisten nicht bewußt ist, weil es die Medien verzerren. Ich rede da von unserem kompletten Wirtschafts und -Finanzsystem, welches in Kürze komplett zusammenbrechen wird. Was da los ist, wenn die Banken geschlossen und die Supermärkte leer sind, kann sich glaub ich jeder ausmalen. Die Leute in den Städten werden keine Chance haben. Auf dem Land wirds zwar leichter, aber wirklich gut überleben wird man nur dann können, wenn man für sich selber sorgen kann.

Die Frage ist aber wie? Speziell wenn man einer wie ich ist, der keine Reserven hat. Ich nehme an, den meisten von euch gehts auch nicht viel besser, oder kann sich einer ein schönes Grundstück leisten und eine Blockhütte draufstellen?

Im Sommer ginge es noch. Ich hab ein großes tipiähnliches Zelt, ich kenn schon einige Wildpflanzen und wenn es sein müßte könnte ich auch Tiere jagen. Aber im Winter? Da siehts eher eng aus. Dazu kommt noch, daß man ja irgendwie verblödet, wenn man sowas alleine durchzieht, außerdem fehlt die Sicherheit der Gruppe. Schenkerprojekte? Ist für mich nicht wirklich eine Alternative, nachdem was ich gehört und gelesen habe. Da ginge ich eher auf eine griechische Insel - da gibts auch ein Projekt, daß schon 20 Jahre läuft.

Soweit ich das mitgekriegt habe, sind wir hier zwar in einem Schenkerforum, aber es gibt mehr "Verbündete" oder sonstige Leute als Schenker. Deswegen hat vermutlich auch jeder eigene Erfahrungen dazu?

LG chiemono
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Beitragvon Saxwolf » 22. Jul 2009 00:08

Hallo chimono,

wenn du unbedingt in ein Tipi leben willst, brauchst du ein eigendes Grundstück, was dir gehört und weit ab vom Nachbarn steht.

Dann kannst du ohne Probleme dein Tipi aufbauen. Im winter setzt du halt einfach ein dauerbrandofen rein, mit Langen Blechrohr, ...geht alles, wenn man es brandsicher baut.

Gehe Kontainern (Essen aus Kontainern), solange du nicht dich vollkommen selbst versorgen kannst und such dir einen Geleichgesinnten, denn allein bist am Arsch und gibst spätestens noch 3 Jahren auf.
Saxwolf
 

Beitragvon Karl d.K. » 22. Jul 2009 15:14

Hallo!

Ich denke/brauche:
Ein eigenes Grundstück, oder Menschen die eines besitzen und dich dort leben lassen, warme Kleidung und jeden Tag etwas zum Essen und zum Trinken.
Containern ist eine Lösung für das Nahrungsproblem, lasse ich mal die damit verbundenen Überwindungen weg.
Dennoch ist es Abhängigkeit, abhängig von den Leuten die Essen verwerfen, seien es auch nur Reste.
Noch weiter gegangen stelle ich mir vor, dass selbst wenn ich Besitz habe, mich dieser Besitz doch abhängig macht.
Mit Geld ist es dasselbe.
Wer besitzt dann wen?

Hier im Forum und auch woanders las ich einige Meinungen dazu und mittlerweile ist mir klar, dass es ein Aussteigen aus unserer Gesellschafft nicht gibt.
Das Netz der Bestimmungen, der Gesetze scheint mir fast nahtlos, was mich wieder an den Überwachungsstaat erinnert.

So ist "Aussteigen" für mich etwas, was jeder für sich und mit sich ausmacht.
Was mache ich mit und was geht für mich nicht?
Was bin ich bereit dafür zu tun und welche evtl. Konsequenzen kann, will und werde ich tragen?

Klar ist mir,
jeder der dies -egal wie, in welcher Form und/oder Ausprägung- macht, hat meinen maximalen Respekt, weil ich meinen kleinen Arsch ja nicht hochkriege.
Nicht für andere, für mich!

LG,

Mathias
Karl d.K.
 

Beitragvon chiemono » 22. Jul 2009 16:20

Ich merke, ihr habt euch da drüber wirklich Gedanken gemacht. So richtig auszusteigen ist nicht so einfach. Es stellt sich die Frage, ob man es sich zutraut und ob man es will. Das was Schenker machen ( von Geschenktem leben, oder Containern ) ist sehr abhängig davon, ob es die Wohlstandsgesellschaft noch gibt.

Das was Leute früher taten, verhindern heute Gesetze ( ich denke da an die Tatsache, daß sich die ersten Amerikaner einfach irgendwelches Land nahmen und davon lebten ). Heute geht das nicht mehr und selbst wenn du Land gekauft hast, kannst du nicht sagen, ich zahle die Grundsteuer mit Äpfeln.

Wenn ich also beispielsweise einfach im Wald mein Zelt aufstellen würde und mich von fischen, jagen und sammeln ernähren würde, würde ich mich gleich in mehrerer Hinsicht strafbar machen. Ist aber auch interessant, oder? Denn im Prinzip heißt das, daß mir der Staat sagt, wenn ich überleben will, muß ich dafür zahlen, damit seine Beamten leben können, die für mich nichts tun! Hier stellt sich für mich schon die Frage, wer eigentlich der Kriminelle ist?

@Saxwolf

ich glaube keiner würde gern sein ganzes Leben in einem Zelt verbringen, aber es wäre möglich und hat auch Vorteile: ein Zelt ist tragbar, braucht keine Baugenehmigung und ist ab einer gewissen Größe wirklich eine alternative Wohnung, die auch beheizbar sein kann.

@Karl d. K.

daß man nicht aussteigen kann, bezweifle ich - es ist nur schwierig und illegal. Nur - was legal ist, bestimmt die Mehrheit - und könnte man etwa in der Wirtschaftskrise auf diese Art ein besseres Leben erreichen, dann hätte man schnell die Mehrheit auf seiner Seite.

Wie Saxwolf schon mal richtig sagte: jedes Tier überlebt, ohne unsere hochgepriesene Technologiegesellschaft, warum sollten wir das nicht können?

Meiner Meinung nach gibt es nur den Knackpunkt, bei Null anzufangen. Die Probleme mit der bestehenden Gesellschaft kann man aussitzen und sich langsam hocharbeiten ( Blockhütte statt Zelt, Anbau statt Wildpflanzen suchen, Wasserräder zur Stromerzeugung, Bienen züchten, ... ).

In Amerika gibt es aufgrund der Wirtschaftskrise schon Zeltstädte. Welches Militär sollte dagegen vorgehen, wenn die sich selber versorgen wollen? Sobald die Masse der Alternativen groß genug ist, ist es ohne Massenaufstand von niemandem mehr aufzuhalten.

Versteht ihr, was ich meine? Die Krise ist zwar eine Katastrophe, aber auch eine Chance!

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Beitragvon chiemono » 22. Jul 2009 16:36

Das ist mein Zelt:

Bild

kostete 130 Euro über ebay, und das ist so ein Zelt mit Ofen drin:

Bild

Mag zwar nicht mit einer Wohnung vergleichbar sein, aber für mich ist es der Beginn echter Freiheit, denn ich kann es schwach besuchten Gebieten irgendwo aufstellen, kann drin schlafen, essen, lesen, ...

Mein Traum wäre eine Blockhütte in der Wildnis. Es gibt da einen Film eines Kanadiers der 30 Jahre in so einer selbstgebauten Hütte wohnte. Ich kann den Film leider nicht reinstellen, aber vielleicht find ich ihn auf Youtube.

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Beitragvon Elbin » 24. Jul 2009 18:21

@ zu Chiemono

Hi Chiemono,

ja, es ist schön, wenn man so eine Freiheit leben kann. Aber will soll man sich so dann weiterhin den Problemen der Gesellschaft oder besser weltweit stellen und
ggf. gemeinschaftlich mit anderen versuchen Änderungen herbeizuführen, sich ggf. zu organisieren, Schäden beheben etc.etc. Es gibt ja auch weltweit und hier viele
kranke Menschen, Kriegsopfer, Umweltopfer, Tiere die gepflegt werden müssen, Kinder die gebildet werden müssen etc.etc. Wenn wir jetzt alle auf einmal
so aussteigen, sind wir dann nicht zu sehr abgeschottet und können wir, wenn wir so aussteigen noch etwas bewirken??? Kann man dann
trotzdem noch etwas hinsichtlich der obengenannten Dinge unternehmen?, weil irgendwo sind wir ja alle Schuld daran, dass es unserer Welt so schlecht geht, dem
Planeten. Wir sind es ja alle selbst gewesen, die daran die ursächliche Schuld tragen, weil wir es zugelassen haben. Wir haben Mehrheitsentscheidungen akzeptiert,
akzeptieren müssen, weil wir Staatsbürger unserer jeweiligen Staaten sind. Können wir uns, jeder einzelne von uns, sich durch Aussteigen aus der Verantwortung oder
Fürsorge "schleichen". Was denkst du dazu? Deine Meinung würde mich hier wirklich sehr interessieren.
Es grüsst dich herzlich
Elbin
 

Beitragvon chiemono » 24. Jul 2009 19:49

Hallo elbin,

deine Befürchtung, daß man sich aus der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft stehlen würde, gefällt mir, weil es zeigt, daß du dich nicht selber am wichtigsten nimmst.

Meine Meinung dazu ist folgende:

Wer will Kriege? Wer will arme Länder ausbeuten? Wer will zum Beispiel jetzt den Banken die Millarden, die sie verzockt haben, mit Steuergeldern der kleinen Leute abgelten?

Es sind immer nur eine Wenige, die das wollen - nie das Volk. Du kannst wählen, wen du willst - alle Politiker arbeiten für die Elite und nicht fürs Volk, auch wenn sie es oft anders darstellen. Schon in der Bibel stand: "an ihren Taten werdet ihr sie erkennen!".

Die Frage ist nun, was kann man dagegen tun? Gewalt wäre sicher der falsche Weg, denn sie kontrollieren alles. Demnach bleibt nur ein Weg, nämlich sie einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen, ihr Geld nicht zu verwenden, ihre Produkte nicht zu verwenden und ihnen die eigene Arbeitskraft nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Das kann aber nur in kleinen Gruppen beginnen, die zwangsläufig fast bei Null anfangen müssen. Aber diese Gruppen können wachsen und ihr Leben im Lauf der Zeit immer besser organisieren und sie können sich mit anderen Gruppen vernetzen und so mit der Zeit die bestehenden Machtstrukturen von innen her aushölen.

In Wirklichkeit beherrscht eine kleine Gruppe schwerreicher Leute die Welt. Sollten sie die Völker gegen sich haben, wäre es vorbei mit ihrer Macht. Damit das nicht so leicht passieren kann, haben sie eine riesige Pyramidenstruktur geschaffen - alle Politiker, alle Staatsbeamten, alle Presseleute spielen da mit, weil sie sich persönliche Vorteile davon versprechen. Es wurden Gesetze geschaffen, die es fast unmöglich machen, sich aus dem System auszuklinken und das Volk wurde so gehirngewaschen, daß es sich gar nicht mehr vorstellen kann, wie unsere Vorfahren zu leben.

Die Situation für das Volk sah zwar in den letzten Jahrzehnten gut aus, wird aber rapide schlechter. Die Menschen arbeiten immer länger für immer weniger Geld, die Qualität der Nahrung wird immer schlechter und die Kluft zwischen arm und reich steigt rasant. Die in Kürze zu erwartenden Staatsbankrotte werden das Faß zum Überlaufen bringen. Die Eliten werden dann, nachdem dem Volk nichts mehr außer dem nackten Leben geblieben ist, wieder dasselbe System starten wollen. Genau das muß man verhindern - und das geht nur, indem man eine Alternative vorlebt!

Diese Alternative muß aber wirklich eine eigenständige Lebensform sein, bei der man autark lebt und dabei glücklich werden kann. Containern etwa würde in schlechten Zeiten nicht funktionieren. Der Weg kann nur heißen: zurück zur Natur!

Die Probleme in anderen Teilen der Welt würden sich dann von selbst lösen, denn die werden ja nur ausgebeutet, solange sich damit in reichen Ländern Geschäfte machen lassen.

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Beitragvon Tarzan » 25. Jul 2009 15:36

Hallo Chiemono!

Habe Dir mal einige Links über Feuerzelte und Öfen herausgesucht, damit Du Dir mal einen Überblick darüber verschaffen kannst, was es so alles gibt.
Fals Du noch mehr Links brauchst, einfach melden, denn ich habe noch so ca. 50-100 weitere Links dazu gespeichert.

Viel Spaß beim lesen :) .


http://www.absolut-canoe.de/ http://www.absolut-canoe.de/Oefen.php

http://www.canadierforum.de/t845f4-feuerzelte.html

http://forum.buschtaxi.org/feuerzelte-u ... 18748.html

http://www.freelifeweb.de/bilder/prospekt2.pdf

http://www.jahrgang86.de/index.php?id=84

http://www.die-jurte.de/pdfs/vortrag_vo ... tschum.pdf

http://www.outbreak-shop.de/Lagerzelte

http://www.bushcraftuk.com/forum/showthread.php?t=29157

http://motorang.com/reisen/zeltofen.htm

Hoffentlich findest Du irgendwo ein ruhiges ungestörtes Plätzchen, wo Du wohnen und leben kannst.


wünsche euch allen noch einen schönen Tag
seitdem ich die Menschen kenne, liebe ich Tiere

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Beitragvon chiemono » 25. Jul 2009 17:08

@Tarzan

Danke für die Links. War einiges dabei, was ich noch nicht kannte.

Hab hier einen Film über einen Kanadier, der komplett ausstieg:

http://www.youtube.com/watch?v=iYJKd0rkKss

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Beitragvon Douleur » 30. Jul 2009 11:00

So ein Ausstieg auf diese Weise mag zwar schön und nett sein, aber man wird dadurch zu einem Einsiedler, der gesellschaftlich rein garnichts mehr bewirkt.

Die meisten von uns leben schon zu lange in der Industriegesellschaft und sind weder von der Erfahrung noch von den körperlichen Gegebenheiten zu so einem Leben in der Lage.

Ich selber wollte kein so ein einsames Leben führen. Ich will eine Partnerin und einmal Kinder haben und diese sollen gut versorgt sein und eine gute Ausbildung erhalten. Wenn ich alt bin möchte ich es bequemer haben, wenn man im höheren Alter so ein hartes Leben in der Natur überhaupt noch durchstehen kann.

Wenn man so völlig alleine lebt reicht es doch, wenn man einmal den Fuß irgendwo umknickt und ein paar Tage nicht richtig laufen kann, dass das Überleben gefährdet ist.

Der Mensch ist nunmal ein Herdentier und ich würde nicht gerne so einsam leben müssen, ausserdem will ich, dass sich die Gesellschaft ändert, wenigstens ein Stück weit. Und dazu muss man in ihrer Nähe bleiben.
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