Zelttest

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Zelttest

Beitragvon chiemono » 19. Jun 2010 21:42

Auch auf die Gefahr hin, dass es keinen interessiert - ich hab letztens mein neues Zelt getestet. Es ist ein kleines Lavvu ( nordisches Tipizelt ), 2.75 mal 2,75 Grundfläche und 2,70 Meter hoch. Besteht aus Polyester/Baumwollgewebe und wiegt 9,5 Kilo. Sit einiger Zeit faszinieren mich Tipis und ich wollte mir unbedingt mal eins zulegen. Am liebsten wär mir ein riesiges Indianertipi, aber ich will auch flexibel sein und dieses hier kann ich sogar bei Wanderungen mitnehmen - z.B. wie der hier in Schweden:

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In der Größe gäbe es auch Zelte mit dem halben Gewicht, die aber bei Weitem nicht so haltbar sind. Polycotton ist extrem UV-stabil, reißfest und verträgt Funkenflug. Man kann also im Zelt ein Lagerfeuer machen, oder einen Zeltofen reinstellen.

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Ich hab vor 3 Jahren mal in einem Zelt gewohnt - kein Spaß! Ich hatte nichts mehr und arbeitete Nachts als Taxifahrer um mir wieder eine Wohnung leisten zu können. Damals war das ein billiges Baumarktzelt, in welches ich auf allen Vieren reinklettern mußte und bei einem Sturm mal fast weggeblasen worden wäre. Bei dem Tipitest gestern war auch etwas stärkerer Wind, aber der Zeltstoff blieb komplett ruhig und man merkte innen gar nichts. Ich finde es verblüffend, wie so ein ganz dünner Stoff schützen kann und wie bombenfest das Ding steht. Die Wintereigenschaften eines Baumwollzeltes hab ich früher schon mal testen können. Mit einem Ofen bringt man es sogar im tiefsten Winter auf 30 Grad innen, wenn man es drauf anlegt. Natürlich kühlt das Zelt auch schnell wieder aus, wenn der Ofen ausgeht. Den Rest muß dann ein gut vorgewärmter Schlafsack übernehmen.

Da ich, wie sicher viele andere auch, von der großen Freiheit träume, möchte ich irgendwann mal einen Trip nach Schweden machen und dort von selbstgefangenen Fischen und wenig mitgebrachtem Proviant leben. Schweden hat zwar bezüglich Zelten und Angeln auch schon die Gesetze verschärft, aber im Prinzip geht dort noch immer alles easy - kein Wunder bei 9 Mio Einwohnern auf einer Fläche die größer ist als Deutschland. Die Landschaft ist jedenfalls umwerfend.

Für meinen Dauerausstieg wirds allerdings eher ein Wohnwagen werden, alleine schon um alles mögliche verstauen zu können.

LG chiemono
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Beitragvon chiemono » 27. Jun 2010 12:16

Gestern hab ich die zweite Nacht im Zelt verbracht, in einem Augebiet direkt neben dem Wasser. Mücken gab es zur Dämmerung ohne Ende, aber das kleine Feuer drinnen hat sie vertrieben. Ich hab lediglich so einen Grillanzünder verwendet, also einfach ein Eisenrohr, welches mit Holz gefüllt wird. Brennt super und ein paar trockene Ästchen reichen fürs Bruzzeln von Ham&Eggs. Super geschlafen und morgens dann nackt raus eine Runde schwimmen und danach die aufgehende Sonne bei einer Tasse Kaffee betrachtet. So idyllisch kann Zelten sein.

Eine Ex-Freundin hat sich auch gemeldet, mit der ich früher schon öfter zeltete - dieses Wochenende war ihr aber zu knapp und vermutlich war ihr nach der langen Funkstille auch die Frage ob sie mitgeht zu direkt 8)

War aber auch so wunderbar, nur die Regendichtigkeit konnte ich noch nicht testen.
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Beitragvon Gabriela » 27. Jun 2010 12:53

:) ......hast du von der jetzigen Idylle, die dich umgibt auch ein paar Fotos?
Gabriela
 

Beitragvon Gabriela » 27. Jun 2010 13:18

...ja chiemono...ich empfinde deine Beschreibung derart mit, dass Fotos in meinem Kopf bereits entwickelt sind.... :-D

Zum "Zelttest" im übertragenen Sinn:

Seit jeher stört mich die so geläufige Bezeichnung: Ex-Freundin...etc...

Natürlich googelte ich sofort. und fand das:

Ex ist außerdem:

* ein Synonym für eine in der Vergangenheit nahe stehende Person; siehe Ex (Beziehung), bspw. Ex-Freund, Ex-Freundin, Ex-Mann, Ex-Frau, vor allem in der Boulevardpresse und in der Umgangssprache gerne benutzter Begriff
:shocked:

..und sofort wurde mir einiges klar....Die Definition stimmt nicht... 8) .....
Gabriela
 

Beitragvon chiemono » 27. Jun 2010 18:22

Der Begriff Ex-Freundin ist nicht wirklich treffend - stimmt. Sie war eine Freundin und sie ist es noch. Nur habe ich im letzten Jahr kaum mehr Zeit mit ihr verbracht. In dem Fall war es hauptsächlich eine Bettbeziehung und menschlich lief einiges schief. Ziemlich treffend fand ich den Satz von ihr: "unsere Körper kennen sich aus einem früheren Leben".

Fotos hab ich leider keine. Meine letzte Aufnahmemöglichkeit war mein Handy, aber der Vertrag ist inzwischen gekündigt. Ist aber egal. Hier ist ein Foto eines Wildwasserfahrers der dasselbe Zelt verwendet und die Landschaft sieht auch ziemlich ähnlich aus:

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Re: Zelttest

Beitragvon Rumpel » 30. Jun 2010 11:48

chiemono hat geschrieben:Auch auf die Gefahr hin, dass es keinen interessiert - ich hab letztens mein neues Zelt getestet. Es ist ein kleines Lavvu ( nordisches Tipizelt ), 2.75 mal 2,75 Grundfläche und 2,70 Meter hoch. Besteht aus Polyester/Baumwollgewebe und wiegt 9,5 Kilo. Sit einiger Zeit faszinieren mich Tipis und ich wollte mir unbedingt mal eins zulegen. Am liebsten wär mir ein riesiges Indianertipi, aber ich will auch flexibel sein und dieses hier kann ich sogar bei Wanderungen mitnehmen - z.B. wie der hier in Schweden:

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In der Größe gäbe es auch Zelte mit dem halben Gewicht, die aber bei Weitem nicht so haltbar sind. Polycotton ist extrem UV-stabil, reißfest und verträgt Funkenflug. Man kann also im Zelt ein Lagerfeuer machen, oder einen Zeltofen reinstellen.

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Ich hab vor 3 Jahren mal in einem Zelt gewohnt - kein Spaß! Ich hatte nichts mehr und arbeitete Nachts als Taxifahrer um mir wieder eine Wohnung leisten zu können. Damals war das ein billiges Baumarktzelt, in welches ich auf allen Vieren reinklettern mußte und bei einem Sturm mal fast weggeblasen worden wäre. Bei dem Tipitest gestern war auch etwas stärkerer Wind, aber der Zeltstoff blieb komplett ruhig und man merkte innen gar nichts. Ich finde es verblüffend, wie so ein ganz dünner Stoff schützen kann und wie bombenfest das Ding steht. Die Wintereigenschaften eines Baumwollzeltes hab ich früher schon mal testen können. Mit einem Ofen bringt man es sogar im tiefsten Winter auf 30 Grad innen, wenn man es drauf anlegt. Natürlich kühlt das Zelt auch schnell wieder aus, wenn der Ofen ausgeht. Den Rest muß dann ein gut vorgewärmter Schlafsack übernehmen.

Da ich, wie sicher viele andere auch, von der großen Freiheit träume, möchte ich irgendwann mal einen Trip nach Schweden machen und dort von selbstgefangenen Fischen und wenig mitgebrachtem Proviant leben. Schweden hat zwar bezüglich Zelten und Angeln auch schon die Gesetze verschärft, aber im Prinzip geht dort noch immer alles easy - kein Wunder bei 9 Mio Einwohnern auf einer Fläche die größer ist als Deutschland. Die Landschaft ist jedenfalls umwerfend.

Für meinen Dauerausstieg wirds allerdings eher ein Wohnwagen werden, alleine schon um alles mögliche verstauen zu können.

LG chiemono



Hallo,

das ist ein schönes Zelt. Aber mit einem Gewicht von 9,5 kg kann man es doch fast nur im Auto herumkutschieren, oder ? Für meinen Begriff ist das Naturerleben sehr teuer erkauft wenn man viel Benzin verheizt um nach Schweden zu kommen um dort ein Tipi aufzustellen. Dafür ist es aber gewiss als Dauerwohnung besser als mein Tarp und Biwaksack geeignet obwohl ich meine Lösung auch sehr komfortabel finde. Bei -25 Grad war es sehr angenehm darin und meine Hunde lagen mit Decken unterm Tarp und haben sich auch nicht beschwert.
Rumpel
 

Beitragvon chiemono » 30. Jun 2010 21:19

Also 9,5 Kilo und dazu noch andere Ausrüstung ist schon hart an der Grenze dessen, womit man Wandern geht, da hast du schon recht. Generell verwende ich es eher dort, wo ich mit dem Auto oder Fahrrad in die Nähe komme und vielleicht nur noch 1 Kilometer schleppen muß. Für einen Schweden-Urlaub würde ich noch ein kleines Boot mitnehmen.

Um Trampermäßig unterwegs zu sein würde ich auch ein Tarp oder Kunststoffzelt vorziehen. Wenn du allerdings länger wo bleibst, hast du besseres Raumklima, es ist ruhiger bei Wind und der Stoff verkraftet die UV-Strahlen der Sonne wesentlich länger.

LG chiemono
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Beitragvon Rumpel » 30. Jun 2010 23:32

chiemono hat geschrieben:Also 9,5 Kilo und dazu noch andere Ausrüstung ist schon hart an der Grenze dessen, womit man Wandern geht, da hast du schon recht.


Kommt darauf an wie man "Wandern" umschreibt. Meine Ausrüstung wiegt max. 9 Kilo im Winter und 6-7 kg im Sommer. Wenn ich damit nicht bis zu drei Monaten unterwegs wäre, wäre das für mich schon ein Zuviel an Ausrüstung.

Generell verwende ich es eher dort, wo ich mit dem Auto oder Fahrrad in die Nähe komme und vielleicht nur noch 1 Kilometer schleppen muß. Für einen Schweden-Urlaub würde ich noch ein kleines Boot mitnehmen.


Nun gut, Urlaub ist etwas anderes. Man zerstört das was man sucht indem man es findet. Deshalb ist es kein Nachteil wenn sich manche Leute an einem Ort festnageln und dies Urlaub nennen. Es ist nicht als Vorwurf gemeint. Ein kleines Boot genügt zum Angeln, ein großes fasst hunderte Kilo Proviant und Werkzeug um in die Tiefen Skandinaviens vordringen zu können. So meinte ich das.


Um Trampermäßig unterwegs zu sein würde ich auch ein Tarp oder Kunststoffzelt vorziehen. Wenn du allerdings länger wo bleibst, hast du besseres Raumklima, es ist ruhiger bei Wind und der Stoff verkraftet die UV-Strahlen der Sonne wesentlich länger.


Ein Freund hat 7 Jahre in einem Tipi gelebt, im deutschen Staatsforst unter den wohlwollenden Augen eines Försters. Er durfte alles machen, nur kein Feuer im Zelt. Unter solchen Bedingungen bekommt der Begriff Raumklima, im Winter eine neue Dimension. Es muss ein netter Förster gewesen sein der ihm ab und zu Wild geschenkt hat. Ich verstecke mich lieber vor Förstern hinter meinem Tarntarp und Tarnbiwaksack :)
Biwakieren ist überall in Deutschland für mindestens eine Nacht erlaubt, zelten ist oft nicht erlaubt und meistens verboten wo es am Schönsten ist.

LG Rumpel
Rumpel
 

Beitragvon chiemono » 1. Jul 2010 21:07

Mich wundert, dass ein Förster es zulässt, dass einer jahrelang im Tipi lebt. Andererseits - ohne Feuer drin muss man schon sehr hart im Nehmen sein. Wenn du schon mal in einem Tipi mit 6 oder 7 Metern Durchmesser gewesen bist, wirst du wissen, welche Atmosphäre das ist.

Wie kommst du mit so wenig Gepäck monatelang aus? Gut - Proviant kann man unterwegs besorgen, aber waschen z.B. im Fluß? Im Winter? Ich hab mal nachgrechnet: in einen großen Rucksack würde ich zwar alles reinbringen, aber länger wie ein, zwei Tage würde ich den nicht schleppen wollen. Im Boot dagegen wär es natürlich kein Problem.

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Beitragvon Rumpel » 3. Jul 2010 13:01

Mich wundert, dass ein Förster es zulässt, dass einer jahrelang im Tipi lebt. Andererseits - ohne Feuer drin muss man schon sehr hart im Nehmen sein. Wenn du schon mal in einem Tipi mit 6 oder 7 Metern Durchmesser gewesen bist, wirst du wissen, welche Atmosphäre das ist.


Die Förster sind gar nicht verkehrt, nervend sind manchmal Jagdpächter die glauben, sich als „Herr über Leben und Tod“ alles rausnehmen zu dürfen. Es gilt in Deutschland das freie Waldbetretungsrecht das Jedermann einräumt sich zu jeder Tag-, und Nachtzeit im Wald aufzuhalten, auch abseits der Wege. Dabei müssen einige Spielregeln eingehalten werden, wie z.B. auch in Skandinavien wo ein ähnliches Recht gilt, das so genannte „Jedermannrecht“.
Dort und hier wird man z.B. strafrechtlich wegen Jagd-, und Fischwilderei verfolgt, oder bekommt furchtbar Ärger wenn man Bäume fällt, ferner darf man keine geschützen Arten (Weinbergschnecke, Teichmuschel ) oder tot aufgefundene Tiere die dem Jagdrecht unterliegen ( Straßenverkehrsopfer Hase, Reh usw.) ,hierzulande in den Kochtopf werfen
Ob nun jemand im Wald leben darf ist Ermessenssache des Waldeigentümers weil er haftet
wenn etwas passiert. Fällt der(m) Frau/Mann im Tipi während eines Sturmes ein Baum aufs Zelt, ist
der Waldbesitzer dran wenn er wusste dass sich dort jemand aufhielt. Im Fall meines Freundes war der Staat der Waldbesitzer und der Förster der Verwalter der persönlich nicht haften muss. Über die Brandschutzgesetze kann sich aber auch ein Förster nicht hinwegsetzen. Nach dem Landeswaldgesetz Brandenburg ist es z.B. ganzjährig verboten Feuer
im Wald zu machen und zu rauchen. In NRW darf man dies von April bis Oktober nicht.
Was man darf und was nicht steht in den Landeswaldgesetzen der Bundesländer.

Wenn jemand rummosert beruft man sich auf das freie Waldbetretungsrecht das bundesweit gilt. Wohnen darf man im Wald nur mit Zustimmung des Waldbesitzers, aber „biwakieren“ darf man bundesweit überall wo Zelten verboten ist für die Dauer einer Nacht.
Wenn jemand nach der Aufenthaltsdauer fragt, dann ist man halt eben erst angekommen obwohl man schon zwei Wochen vor sich hinhaust.

Der Unterschied zwischen „Biwakieren“ und „Zelten“ liegt im Boden der Behausung. Man zeltet wenn ein Boden im Zelt ist und biwakiert rechtlich am Sichersten wenn weder Boden
Noch Zelt vorhanden ist, beispielsweise mit Tarp und Biwaksack.


Wie kommst du mit so wenig Gepäck monatelang aus?


Indem ich Überflüssiges nicht mitnehme. Ich besitze gar keine Super-Duper-Leichtpackausrüstung für zigtausend Euro. Wer öfter wäscht, muss weniger Kleidung mitschleppen. Man sollte einen Ausrüstungsgegenstand mehrfach verwenden können.
Einen BW-Poncho ( 1,50 x 2,20 m ) kann man z.B. als Regenumhang, Tarp und Unterlage nutzen. Man kann auch nach dem Zwiebelprinzip schlafen indem man Dampfsperre, Schlafsack und Biwaksack kombiniert, oder zwei billige Schlafsäcke ineinander stecken und dadurch die Wärmeleistung verbessern, so braucht man im Sommer nur einen Teil mitzunehmen…..….Man braucht kein Essbesteck…es genügt ein Opinell und ein Löffel….man kann eine Isomatte auf drei Viertel der Länge abschneiden weil eigentlich
Nur der Körperkern gegen die Bodenkälte isoliert werden muss….Man kann aber auch ganz auf die Isomatte verzichten und sich eine aus Fichtenreisig aufschichten…Man muss halt überlegen und mal viele Kilometer unnützes Zeug mit sich herumgeschleppt haben um sich
leichter von Unnützem trennen zu können. Das ist eine gute Übung für den „echten“ Ausstieg;->

Die angezüchtete und anerzogene Bequemlichkeit ist das Problem. Der Ausstieg beginnt mit dem Abschaffen des Autos, des Fernsehers und des Kühlschrankes.


P.S. Meine Hunde müssen übrigens ihr eigens Zeug schleppen. Sie haben Hunderucksäcke. Deren Futter schleppe ich nicht.
Rumpel
 

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