Lohnarbeit

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Re: Lohnarbeit

Beitragvon Kettwiesel » 11. Aug 2009 21:42

chiemono hat geschrieben:Hallo,

wie ihr ja schon wißt, möchte ich mir bald einen Wohnwagen kaufen mit allem möglichen Zubehör um möglichst unabhängig leben zu können. Deshalb hab ich letzte Woche am Bau gearbeitet und 500 verdient und ab heute arbeite ich als Techniker.

So und nun mal eine Lohnrechnung: ich verdiene 2500 Brutto und krieg davon 1500 Netto - ist also schon mal ein Tausender weg. Wer schon mal selbstständig war, weiß sicher auch, daß ein Arbeiter etwa doppelt soviel kostet, wie er brutto verdient, denn der Chef muß ja nochmal für den Abgaben zahlen - was er nicht tun würde, wenn er nicht trotzdem noch Gewinn machen würde. Man kann es also so sehen, daß ich 5000 Euro tatsächlich verdienen muß, um davon 1500 für mich behalten zu dürfen!

Es kommt aber noch besser: spätestens nachdem ich 3 Monate angemeldet bin, pfändet das Jugendamt von den 1500 Euro nochmal 800 Euro. 700 Euro von insgesamt 5000 die ich verdient habe darf ich also tatsächlich behalten ... aber nur, solange ich das nicht ausgeben muß, denn dann schlägt nochmal die Umsatzsteuer zu, was es nochmal um 20 Prozent verringert.

Real sieht es also so aus: bring Leistung für 5000 Euro, dann darfst du 550 behalten - also über 10 Prozent!

Toll, oder?

Da ja der Staat die restlichen 90 Prozent meines Verdienstes hat, frag ich mich, was er damit für mich tut? Sollte das nicht irgendwie auch mir zugute kommen?

Gibts noch einen der meint, es würde uns schlechter gehen, wenn wir keine Politiker, Beamte, Polizisten, Banker, ... hätten?

LG chiemono


Es gibt einen Trick, wenn du einen Gesellenbreif hast, Meldest du dich selbst als Zeitarbeitsfirma an und bist somit dein eigener Angestellter, somit hast du die Steuervorteile von beiden Seiten.

Aber Bssst net weiter sagen :-)

:mrgreen:
Kettwiesel
 

Re: Lohnarbeit

Beitragvon chiemono » 11. Aug 2009 21:48

Kettwiesel hat geschrieben:Es gibt einen Trick, wenn du einen Gesellenbreif hast, Meldest du dich selbst als Zeitarbeitsfirma an und bist somit dein eigener Angestellter, somit hast du die Steuervorteile von beiden Seiten.

Aber Bssst net weiter sagen :-)

:mrgreen:


Hmmm ... kannst du das genauer erklären? Wenn ich einen Anhaltspunkt habe, kann ich suchen, ob das auch in Österreich so ist.

Wenn du es so meinst, daß ich selbstständig bin und mich selber anstelle - das geht natürlich. Aber für meinen derzeitigen Job brauch ich Werkzeug, Laptop, Blackberry und ein zuverlässiges Auto. Das kann ich nicht investieren.
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Beitragvon Kettwiesel » 11. Aug 2009 22:09

der größte vorteil dabei, liegt darin, das du zwischen privat und geschäftlich hin und her springen kannst.

sprich material kaufen als gewerblich , und verkaufen als privat.
oder als privatman kaufen mit prozenten und als gewerblich verkaufen.

das ganze ist so kompleziert, da musste am besten mal einen Steuerberater fragen.

und wennste mehrehre hast die das selbe machen dann kann mans auch als GMBH machen....

Beispiel krankenversicherung...

Als Firma dafste Zahlen, als Angesteltter Gesetzlich versichert.
Kettwiesel
 

Beitragvon grohaka » 12. Aug 2009 05:23

Chiemono, bleib lieber angestellter. Bei euch in Ö gibs doch den kollektivvertrag, wo zumindest geregelt ist, das man nicht zu viel arbeitet und ein gutes einkommen hat (13.-14. monatsgehalt). Aber ist schon, hart wenn man verantwortung zu tragen hat, zwecks kinder. Um das schnelle geld zu verdienen mußte einen puff aufmachen :lol: .

grüßele grohaka
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Beitragvon chiemono » 12. Aug 2009 07:10

grohaka hat geschrieben:Chiemono, bleib lieber angestellter. Bei euch in Ö gibs doch den kollektivvertrag, wo zumindest geregelt ist, das man nicht zu viel arbeitet und ein gutes einkommen hat (13.-14. monatsgehalt). Aber ist schon, hart wenn man verantwortung zu tragen hat, zwecks kinder. Um das schnelle geld zu verdienen mußte einen puff aufmachen :lol: .

grüßele grohaka


Das mit der "Verantwortung" muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Mich fragte auch mal ein Rechtspfleger was mit meiner Verantwortung gegenüber den Kindern ist?

Meine Antwort: "ich habe 2 Jahre um meine Kinder gekämpft, weil ich wußte daß ihre Mutter sich nicht wirklich um sie kümmert. Das Gericht nahm mir die Kinder trotzdem weg, weil das einfach so üblich ist. Das Besuchsrecht funktioniert nicht und das Gericht kümmert sich nicht drum. Das Geld gibt sie für sich aus und nicht für die Kinder. Meine "Verantwortung" besteht also nur aus einer Kontonummer.

Sollten Sie es noch immer nicht verstanden haben: ich habe keine Verantwortung - Sie haben sie jetzt! Und seien Sie froh, daß ich meine natürliche Verantwortung nicht wahr nehme, sonst wären Sie jetzt einen Kopf kürzer!".

Daraufhin wußte der Rechtspfleger auch keine Antwort, außer "das ist eben Gesetz".

Was die Arbeit betrifft - dient ja nur dazu, meinen Wohnwagen zu finanzieren, dann spiel ich das System ohnehin nicht mehr mit, oder wenn, dann ohne irgendwelche Abgaben ( ein bißchen selbstständig unterhalb der Gewinngrenze ).

LG chiemono
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Re: Lohnarbeit

Beitragvon albu » 13. Aug 2009 23:04

Kettwiesel hat geschrieben:
chiemono hat geschrieben:Hallo,

wie ihr ja schon wißt, möchte ich mir bald einen Wohnwagen kaufen mit allem möglichen Zubehör um möglichst unabhängig leben zu können. Deshalb hab ich letzte Woche am Bau gearbeitet und 500 verdient und ab heute arbeite ich als Techniker.

So und nun mal eine Lohnrechnung: ich verdiene 2500 Brutto und krieg davon 1500 Netto - ist also schon mal ein Tausender weg. Wer schon mal selbstständig war, weiß sicher auch, daß ein Arbeiter etwa doppelt soviel kostet, wie er brutto verdient, denn der Chef muß ja nochmal für den Abgaben zahlen - was er nicht tun würde, wenn er nicht trotzdem noch Gewinn machen würde. Man kann es also so sehen, daß ich 5000 Euro tatsächlich verdienen muß, um davon 1500 für mich behalten zu dürfen!

Es kommt aber noch besser: spätestens nachdem ich 3 Monate angemeldet bin, pfändet das Jugendamt von den 1500 Euro nochmal 800 Euro. 700 Euro von insgesamt 5000 die ich verdient habe darf ich also tatsächlich behalten ... aber nur, solange ich das nicht ausgeben muß, denn dann schlägt nochmal die Umsatzsteuer zu, was es nochmal um 20 Prozent verringert.

Real sieht es also so aus: bring Leistung für 5000 Euro, dann darfst du 550 behalten - also über 10 Prozent!

Toll, oder?

Da ja der Staat die restlichen 90 Prozent meines Verdienstes hat, frag ich mich, was er damit für mich tut? Sollte das nicht irgendwie auch mir zugute kommen?

Gibts noch einen der meint, es würde uns schlechter gehen, wenn wir keine Politiker, Beamte, Polizisten, Banker, ... hätten?

LG chiemono


Es gibt einen Trick, wenn du einen Gesellenbreif hast, Meldest du dich selbst als Zeitarbeitsfirma an und bist somit dein eigener Angestellter, somit hast du die Steuervorteile von beiden Seiten.

Aber Bssst net weiter sagen :-)

:mrgreen:


also ketti das kannst du vergessen das funz net , hab mir das mal durchgerechnet und mit meiner steuerratte gesprochen das geht nicht da hast du nicht mehr vorteile ehern mehr nachteile
albu
 

Beitragvon Kettwiesel » 13. Aug 2009 23:39

Na dan fragt doch einfach mal meinen Kumpel und Steuerprüfer vom Finanzamt dazu, was er meint.....

Günther Friedel Spitzname Wiesentfischerl
wiesentfischer@gmx.de
Kettwiesel
 

Beitragvon albu » 13. Aug 2009 23:40

ok mache ich morgen
albu
 

Re: Lohnarbeit

Beitragvon Mike » 14. Aug 2009 06:39

chiemono hat geschrieben:Es kommt aber noch besser: spätestens nachdem ich 3 Monate angemeldet bin, pfändet das Jugendamt von den 1500 Euro nochmal 800 Euro. 700 Euro von insgesamt 5000 die ich verdient habe darf ich also tatsächlich behalten ... aber nur, solange ich das nicht ausgeben muß, denn dann schlägt nochmal die Umsatzsteuer zu, was es nochmal um 20 Prozent verringert.

Real sieht es also so aus: bring Leistung für 5000 Euro, dann darfst du 550 behalten - also über 10 Prozent!


Den Unterhalt würde ich nicht unbedingt zur "Staatsquote" hinzurechnen, ist doch eher ein individuelles "Vergehen"... ;-)


Gibts noch einen der meint, es würde uns schlechter gehen, wenn wir keine Politiker, Beamte, Polizisten, Banker, ... hätten?


Richtig, bräuchte man alles nicht. Wir zumindest. Manch "Normalo" ist ja der Ansicht, Herrschaftsinstrumente seien notwendig. Was anderes ist es ja nicht...

Das Problem ist natürlich, wie man diesen Zustand ändern kann. Und da setze ich (mittlerweile) auf individuelle Lösungen, von politischem Aktivismus bin ich geheilt (worden *g*).
Aber das ist natürlich alles nicht so einfach, fängt ja schon von der Notwendigkeit von Mietzahlungen an, usw. usf.
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Beitragvon grohaka » 14. Aug 2009 06:54

Das mit der "Verantwortung" muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Mich fragte auch mal ein Rechtspfleger was mit meiner Verantwortung gegenüber den Kindern ist?

Meine Antwort: "ich habe 2 Jahre um meine Kinder gekämpft, weil ich wußte daß ihre Mutter sich nicht wirklich um sie kümmert. Das Gericht nahm mir die Kinder trotzdem weg, weil das einfach so üblich ist. Das Besuchsrecht funktioniert nicht und das Gericht kümmert sich nicht drum. Das Geld gibt sie für sich aus und nicht für die Kinder. Meine "Verantwortung" besteht also nur aus einer Kontonummer.

Sollten Sie es noch immer nicht verstanden haben: ich habe keine Verantwortung - Sie haben sie jetzt! Und seien Sie froh, daß ich meine natürliche Verantwortung nicht wahr nehme, sonst wären Sie jetzt einen Kopf kürzer!".

Daraufhin wußte der Rechtspfleger auch keine Antwort, außer "das ist eben Gesetz".

Was die Arbeit betrifft - dient ja nur dazu, meinen Wohnwagen zu finanzieren, dann spiel ich das System ohnehin nicht mehr mit, oder wenn, dann ohne irgendwelche Abgaben ( ein bißchen selbstständig unterhalb der Gewinngrenze ).

LG chiemono


Wenn ich da alte wunden aufgerissen habe, sorry

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