Lohnarbeit

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Lohnarbeit

Beitragvon chiemono » 10. Aug 2009 19:28

Hallo,

wie ihr ja schon wißt, möchte ich mir bald einen Wohnwagen kaufen mit allem möglichen Zubehör um möglichst unabhängig leben zu können. Deshalb hab ich letzte Woche am Bau gearbeitet und 500 verdient und ab heute arbeite ich als Techniker.

So und nun mal eine Lohnrechnung: ich verdiene 2500 Brutto und krieg davon 1500 Netto - ist also schon mal ein Tausender weg. Wer schon mal selbstständig war, weiß sicher auch, daß ein Arbeiter etwa doppelt soviel kostet, wie er brutto verdient, denn der Chef muß ja nochmal für den Abgaben zahlen - was er nicht tun würde, wenn er nicht trotzdem noch Gewinn machen würde. Man kann es also so sehen, daß ich 5000 Euro tatsächlich verdienen muß, um davon 1500 für mich behalten zu dürfen!

Es kommt aber noch besser: spätestens nachdem ich 3 Monate angemeldet bin, pfändet das Jugendamt von den 1500 Euro nochmal 800 Euro. 700 Euro von insgesamt 5000 die ich verdient habe darf ich also tatsächlich behalten ... aber nur, solange ich das nicht ausgeben muß, denn dann schlägt nochmal die Umsatzsteuer zu, was es nochmal um 20 Prozent verringert.

Real sieht es also so aus: bring Leistung für 5000 Euro, dann darfst du 550 behalten - also über 10 Prozent!

Toll, oder?

Da ja der Staat die restlichen 90 Prozent meines Verdienstes hat, frag ich mich, was er damit für mich tut? Sollte das nicht irgendwie auch mir zugute kommen?

Gibts noch einen der meint, es würde uns schlechter gehen, wenn wir keine Politiker, Beamte, Polizisten, Banker, ... hätten?

LG chiemono
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Beitragvon Karl d.K. » 10. Aug 2009 19:40

Na, ist doch klar! Hast du vergessen was man dir beibrachte?

Politiker - regieren dich und erhalten den Frieden

Beamte - verwalten und regeln im Sinne des Gesetzes, damit die bestehende Ordnung erhalten bleibt

Polizisten - schützen dich vor Unrecht, das ebenfalls im Gesetz als solches ausgewiesen ist

Banker - legen dein Geld an und vermehren es, nennt man Wachstum (bssssssssssssssssssssssttttttt)
Außerdem leihen sie dir Geld, auch im großen Stil - Staatsverschuldung

Darum zahlst du die vielen Steuern!
Dafür hast du es dann warm und muckelig. Nicht so wie in den Ländern der Dritten Welt.

Beschützt, gehalten, im Recht!

Brave New World
Karl d.K.
 

Beitragvon chiemono » 10. Aug 2009 22:22

Da hast du auch wieder recht. Ohne Politiker würd ich glatt Gurken mit falschen Krümmungsradien essen und die Polizisten sorgen dafür, daß sich die Leute die ich nicht leiden kann, wegen dauernder Parkstrafen kein größeres Auto leisten können.

Ich find auch die vielen Kreisverkehre toll, weil man da eine Weile rumfahren kann und sich nicht gleich entscheiden muß.

Wenn ich so drüber nachdenke ... 90 Prozent Abgaben ist mir das wert.

Danke, jetzt gehts mir gleich viel besser!

LG chiemono
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Beitragvon albu » 11. Aug 2009 11:52

mhm 90 % abgaben

von deinen lohn zahl dein chef die kranken kassen arbeitslosen vers. rentenvers und und und

also keien steuern

umsatzsteuer must du als an nicht zahlen so ist das in deutschland hier zahlst du lohnsteuer und das auch nur wenn du über einen bestimmten % satz verdiehnst und es kommt ja noch auf deine lohnsteuerklasse an

also bei uns muss auch nicht der chef vom bruttolohn noch mal das doppelte an abgaben leisten ein drittel kommt schon ehern hin

es giebt halt zu viele mitverdiener , aber du hast ja auch etwas davon zb wen du in rente gehst oder wenn du arbeitslos bist oder wenn du ein unfall hast

für die abgaben an das jugendamt kann ja keiner was , nur du allein , oder hat der staat die kinder gezeugt
albu
 

Beitragvon Karl d.K. » 11. Aug 2009 12:38

Geht es darum was man davon hat?

Ich meine, selbst wenn diese Versprechen von Rente, fairer Medizin usw. wirklich gehalten werden könnten?
Was nicht der Fall ist, noch der Fall sein wird!!!

Was ist, wenn ich da nicht mehr mitspielen will?

Das ist für mich der Punkt an dem ich meine Unfreiheit zu spüren bekomme.
Der Zwang in einem (schon immer?, oder mittlerweile?) kaputten System mitzuspielen.

Es geht mir dabei nicht mal mehr um meine Meinung, so a´la "Hört, hört! ich weiß was, ich kann´s besser!"
Es geht mir um Möglichkeit.

Möglichkeit mich davon frei zu machen, ganz einfach, weil ich das für mich nicht will.

Ist das möglich?

LG,

Mathias
Karl d.K.
 

Beitragvon chiemono » 11. Aug 2009 18:38

@K.d.K.

sehe ich auch so. Was den Lohnbereich betrifft, spielen ja sowieso nur mehr wir kleinen mit. Ein großer Konzern zahlt keinen Cent und nimmt stattdessen noch Subventionen, die wir auch mitzahlen dürfen.

Ist zwar immer noch besser als bei den Bankern - die verzocken die Kundengelder gleich beim Lotto ( bzw bei denen heißts ja Derviate und so ... ) und lassen es sich dann durch die blöden Arbeiter ersetzen.
chiemono
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Beitragvon Andreas » 11. Aug 2009 19:44

Lieber Karl!

Könntest Du nochmal genau und im Detail ausformulieren, w o v o n Du Dich frei machen willst? Ich fühle mich überfordert, auch nur einen Gedanken zu liefern.

Andi
Andreas
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Beitragvon Karl d.K. » 11. Aug 2009 19:53

Klar!

Ich möchte nicht mehr Mitglied einer Krankenkasse sein.
Ich möchte nicht weiter Rentenbeiträge zahlen.
Ich möchte nicht länger müssen müssen.

Weil...

Nein!

Ich möchte auch kein Warum, keine Rechtfertigung.

Das ich es nicht will reicht.

Lasst mich sein wie ich bin.

Klarer jetzt?
Karl d.K.
 

Beitragvon Andreas » 11. Aug 2009 20:05

Lieber Karl!

Du kannst es so handhaben wie Jürgen. Indes scheint mir, daß Deinen Zeilen eine viel weitergehende, geradezu philosophische Problemstellung zugrundeliegt. Und insofern unser Dasein b e d i n g t ist, bestimmte Randbedingungen m ü s s e n erfüllt sein, damit wir da sind, unterliegen wir einem g e n e r e l l e n M ü s s e n, wie auch immer das sich situativ gestaltet und ausnimmt und welche Varianten es gibt. Davon d a s e i e n d frei zu werden, erscheint mir prinzipiell, den Voraussetzungen nach, u n m ö g l i c h.

Andi
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Beitragvon Karl d.K. » 11. Aug 2009 20:37

Ja, Ursachen für eine Wirkung gibt es. (Bedingungen)

Doch ich bin da. Alle anderen sind es auch.

Da ist kein wirkliches Müssen, für mich.

Klar, ich muss essen und ja, wenn ich nicht habe, dann werde ich wohl alles dafür tun, um Essen zu bekommen.
Es gibt auch Begrenzungen.
So kann ich nicht fliegen, oder durch ein Meer schwimmen.

Ich muss sterben.

Das ist auch schon alles was ich muss. Und dieses "Müssen" erfüllt sich von selbst. Das ist einfach so.

Doch Müssen, das mir gesellschaftlich (blödes Wort, finde gerade kein anderes) aufgezwungen wird, ist unnötiger Zwang.

Siehst du, jetzt erkläre ich es.

Da gibt es nichts zu erklären.

In mir ist ein Nein.

Zu den Strukturen die ich erkennen will, zu den vernichtenden Regeln und Vorschriften und zu einem Verhalten, das so verhält, als wäre ich getrennt von dir, ihm, ihr und allen anderen.

Ich muss es nicht ändern.
Ich will es nicht wissen.
Ich will es nur sein.

Ganz schön schräg!

LG,

Mathias
Karl d.K.
 

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