Was tun in einer solchen Situation?

hier können alle schreiben, was ihnen so an der bürgerlichen Gesellschaft oder dem kapitalistischen System stört

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Beitragvon moni » 18. Apr 2010 20:23

Toller Film! Danke Gabriela!

Ich finde es selbst sehr beängstigend, wenn ich Gewalt sehe, die aus Dummheit erwächst. Wieso sollen es diese beiden Männer verdient haben, dass man sie verprügelt? Weil der eine Araber ist und der andere Jude? Na und? Wieso müssen sich die beiden hassen? Weil ihr Glaube ihnen den Hass aufeinander befiehlt? Was haben diese beiden Menschen mit diesem Hass zu tun, wo sie sich doch garnicht kennen und daher einander nicht hassen können? Nix!

Wieso müssen sich den Menschen hassen oder fürchten obwohl sie sich gerade zum ersten Mal begegnen? Sie wissen nicht voneinander, ob der andere böse oder unmoralisch ist. (Naja von den Nazis weiß man zumindest sofort, dass sie gefährlich und dumm sind)

Ich finde es schön, dass in diesem Video der Hass zwischen Moslems und Juden überwunden wird, wenn auch nur aus Not. (hätte das Handy des Juden nicht geklingelt, hätte er auf Kosten des Moslems seine Haut gerettet und hätte warscheinlich nicht eingegriffen)

Hätte ich eingegriffen als Aussenstehende? Ich gestehe: Nein! Ich hätte die Hosen gestrichen voll gehabt und wäre möglichst unauffällig verschwunden. Deshalb kann ich den Mann auch verstehen, dass er seine Kette schnell wieder versteckte.

Aber und damit beantworte ich deine Frage: Ich hätte (möglichst unbemerkt) die Polizei gerufen, um die beiden zu retten.
moni
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Beitragvon Tachyon » 21. Apr 2010 00:35

Was tun in einer solchen Situation? Garnichts, weil das nur eine fiktive Propagandasituation ist, die in real wohl kaum so vorkommen wird.
Tachyon
 

Beitragvon Gabriela » 26. Apr 2010 11:36

Heute vor 8 Jahren drehte Robert Steinhäuser in Erfurt durch. Da ich zur damaligen Zeit in Erfurt lebte, ging mir jener Amoklauf besonders unter die Haut. EIN Tag, an dem ich wirklich betenderweise Gott dankte, weil meine 3 Söhne nicht am Gutenberggymnasium unterrichtet wurden. Doch viele Menschen, die jenes Geschehen hautnah durchmachten und am Leben blieben kamen zur seelischen Nachsorge und Trauerbegleitung auch zu mir...immer auch mit der Frage auf den Lippen: Hätte dieses Schreckens-Szenario verhindert werden können? Und wenn ja, wie? Wieweit steckt jemand wirklich in der Haut des andern?...
Wie wichtig, ja wesentlich ist bei aller Vermittlung von Wissen ein feinfühliges "Beobachten" seiner Mitmenschen? Wieviel Qual verbirgt sich mitunter in einem stillen, zurückhaltendem Menschen, so wie Steinhäuser wahrgenommen wurde? Was kann jeder einzelne tun?....

http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Erfurt
Gabriela
 

Beitragvon Elbin » 8. Jun 2010 03:54

Gabriela hat geschrieben:Heute vor 8 Jahren drehte Robert Steinhäuser in Erfurt durch. Da ich zur damaligen Zeit in Erfurt lebte, ging mir jener Amoklauf besonders unter die Haut. EIN Tag, an dem ich wirklich betenderweise Gott dankte, weil meine 3 Söhne nicht am Gutenberggymnasium unterrichtet wurden. Doch viele Menschen, die jenes Geschehen hautnah durchmachten und am Leben blieben kamen zur seelischen Nachsorge und Trauerbegleitung auch zu mir...immer auch mit der Frage auf den Lippen: Hätte dieses Schreckens-Szenario verhindert werden können? Und wenn ja, wie? Wieweit steckt jemand wirklich in der Haut des andern?...
http://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Erfurt


Hallo Gabriela,

ja, das war ein weiteres "dunkeles" Kapitel in der menschlichen Geschichte.
Ich glaube nicht, dass man "Amokläufe" im Allgemeinen immer ganz verhindern könnte. Sie "könnten" immer, zu jeder Zeit "irgendwo" stattfinden. Das ist sehr traurig :(
Ich antworte dir mit einem Song ....Wenn Engel hassen, fallen sie wie Steine aus dem Himmelszelt...........

http://www.youtube.com/watch?v=prp5t0OJNE8
Elbin
 

Beitragvon Gabriela » 8. Jun 2010 13:42

Hi Elbin,
Amokläufe erschüttern, rütteln, machen -mich zumindest- zutiefst betroffen. Es gibt dunkle Momente, in denen ich mich ohnmächtig fühle, in denen ich mich bedroht fühle etc.... dann setze ich überall Zeichen, auch in der Hoffnung, dass ich mit der Botschaft in Bild und Ton vielleicht einige erreiche, wenn mir schon die Worte fehlen....

Der Song "Wenn Engel hassen" trifft genau den Punkt. Steinhäuser und viele andere Amokläufer hasste und rächte sich... .
Siehe auch "verschiebbarer Hass" in http://de.wikipedia.org/wiki/Hass

Steinhäuser hasste und ganz Erfurt hasste Steinhäuser. Sein Name fehlt an der Gedenktafel der an jenem 26.04. Getöteten....Steinhäuser beschäftigte mich sehr lange...

Auch ich bin nicht jeden Moment in Liebe. Wenn ich mich beim Hassen erwische, lausche ich für gewöhnlich, was da nach Anerkennung schreit, das ich, oft unbewusst , von anderen erwarte....

Oh Elbin, wenn du wüsstest, wie oft auch du mein Gemüt in allen Nuancen bewegst ... :-D ....

Darüber ließe sich ein neuer Thread füllen... :wink:

Mitmenschen dienen mir jedoch, je mehr ich in der einen oder anderen Weise mit ihnen identifiziert bin auch dahingehend, dass sie mir gewollt/ungewollt den ein oder anderen dunklen Fleck zeigen. Folgt Einsicht, kann ich zwar keinen Amoklauf irgendwo in der Welt verhindern, doch mit der neugewonnenen Kraft im näheren/weiteren Umfeld wirken.....

Fühl dich mal geelbt von mir....
Gabriela
Gabriela
 

Beitragvon Elbin » 8. Jun 2010 20:04

Hi Gabriela,

danke für deine Antwort. Komme später darauf zurück, weil muss jetzt erst mal wieder "off".
Elbin
 


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