Wo darf man bleiben ?

und Selbstversorger und solche, die es werden wollen

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Beitragvon Tuco » 15. Jan 2010 02:42

Mann muß hald gucken wie man in seinem Sozialen Umfeld zurecht kommt.
Da gibt es oft praktische Lösungen.
Öfie hat ja auch Internett im Wald....*staun*
Tuco
 

Beitragvon Templer » 15. Jan 2010 21:25

Zitat von Oeffi:
Real gibt es in Deutschland einige Schenker-Projekte ("freies Schenker-Land"), in denen dieses andere Leben möglich ist und in einer sensiblen Gratwanderung auch vom System mehr oder weniger toleriert wird. (Wir bieten dabei also nicht unbedingt den gesicherten Alters-Wohnsitz, aber Sicherheit ist ja ebenfalls nicht so wichtig wie "organischer Sinn"...)
Zitat ende

Es gibt freies Schenker Land? Darf man dort dann "Campen" oder im Zelt hausen? Und ist es dort so voll wie auf einem Campingplatz oder eher abgeschieden?
Das Thema wo man als Aussteiger hausen darf interessiert mich auch. Ich muss also die Besitzer der Gebiete fragen oder einen Ort pachten... denn ein Campingplatz wäre mir zu voll...
Templer
 

Beitragvon oeffi » 16. Jan 2010 20:06

Lieber Templer!

Ja, an unseren Orten kannst Du auch im Zelt mitleben...
Und es ist faszinierend leer, im Vergleich zu Camping-Plätzen...
Hm, woran das bloß liegt? - Vielleicht zahlen die Leute lieber Geld und leben enger, weil da ja unkritisiertes Willkür- und Konsum-Leben angesagt ist... Man zahlt und erduldet viel, um sich von unangenehmen Fragen gut fernhalten zu können...

Öffi
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Beitragvon Templer » 22. Jan 2010 17:20

Wo sind diese Orte denn? Wo ist das freie Schenkerland? Gibt es da einen Link zu, wo man mehr erfährt? Vielleicht liegen manche Orte ja bei mir in der Nähe.
Templer
 

Beitragvon Templer » 24. Jan 2010 21:49

Ich habe gerade nach dem Projekt "Biotopia" gegoogelt... Löbau ist 5 Stunden von mir entfernt... gibt es auch Schenkerprojekte in NRW in der Nähe von Bielefeld?
Templer
 

Beitragvon oeffi » 1. Feb 2010 19:28

Lieber Templer!

Nein, bis zur Supermarkt-Kette, die überall um die nächste Ecke ne Filiale hat, haben wir es noch nicht geschafft...

Aber wenn es drum geht, wo man einen Ort findet für eine Grund-Weichenstellung zu einem glücklichen global verantwortlichen Leben, dann sollte man sich vielleicht auch fragen, wieviel einem das wert ist, auch an Aufwand...
Ganz viele Leute machen weitere Reisen als Urlaub...
Und man könnte z.B. an einem Wochenende mit Wochenend-Ticket der Bahn hinfahren, am nächsten Wochenende zurück...
Indem man - wenn man arm ist - im Projekt geschenkt mitleben kann, hat man seine sonstigen Ausgaben (Essen etc.) am Heimatort eingespart für diese Woche, so daß das auch in gewissem Maß einen Ausgleich ergibt...

Ich bin mal ehrlich:
Ich habe 5, 6 Jahre als freiwillig Obdachloser auf der Straße gestanden, bis ich wieder in einem selbständig aus dem Boden gestampften seßhaften Projekt anfangen konnte, mir sowas wie einen Zuhause-Ort aufzubauen --- Tür an (nicht-abgeschlossener) Tür mit asozialen "Gästen", die ich mir gleich als meine "Familie" dazunahm...
Wißt Ihr, was ich von ausgeprägter "Konsum-Haltung" diesbezüglich halte?...

Mit liebem Gruß,
Öffi

PS:
Das erinnert mich an eine Situation, als ich als "Pilger" rumzog, und in zwei aufeinanderfolgenden Jahren in einer Stadt eine junge Familie wiedertraf, die beim ersten Mal gemeint hatte: "Wow, das ist genau unser Lebenstraum auch! Du hast Recht, dafür sollte man alles tun im Leben! Sag uns einen möglichen Ort, wo man so leben kann, und wir gehen sofort dahin!"
Ich nannte ihnen 5 Adressen, wo sie gut mit Engagement hätten anfangen können...
Als ich im nächsten Jahr wiederkam und die Familie erneut ihren Kinderwagen bei mir vorbeischob, bekam ich von dem Mann erzählt (- echt ohne daß er rot wurde dabei! -): "Ja, Öffi, wir haben mal geguckt... Alles, was mehr als 100 Kilometer von unserem jetzigen Ort entfernt ist, schied für uns gleich wieder aus, weil wir keinen größeren Umzug machen wollen... Und es blieben ja noch 3 Orte übrig von den Adressen, die Du uns gegeben hast... Waren echt interessante Angebote, man kann dir keinen Vorwurf machen... Aber weißt Du, das eine war ja ne richtige Kommune, so mit Versuch von Gütergemeinschaft und so... Das ist uns viel zu heftig!... Ist ja alles richtig und sehr idealistisch... Aber wir wollen eigentlich erstmal nur aufs Land ziehen... Die Alternativ-Versuche zu Staat und Geld, da wollen wir wohl nichts ändern, auch wenn das jetzige System natürlich eigentlich ein Verbrechen an der Welt ist, echt schlimm... --- Ja, und dann blieben die beiden anderen Angebote von Dir... Das eine war ein Selbstversorgungs-Projekt, ganz schön eigentlich, aber die waren zu sehr nur mit ihrem Naturleben und Öko-Anbau beschäftigt - also mir fehlte da ein stärkeres politisches Bewußtsein... Und das Dritte, da stimmte ja eigentlich alles. Aber bei dem Bauernhof war die Einfahrt von der Straße bis zum Haus meiner Frau zu lang... Und die hellrote Farbe der Dachziegel auf dem Haus hat ihr auch nicht gefallen... --- Also wir sagen nochmal Danke, aber es wird wohl doch noch längere Zeit brauchen, bis ein Ort die für uns akzeptablen Voraussetzungen bietet..."
"Ja, das glaub ich auch...", hab ich nur noch geantwortet...
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Beitragvon amaroland » 2. Okt 2010 21:04

es ist nicht so schwer, wie es am anfang aussieht. mich hat mal jemand gefragt, was man beim ausstieg beachten muß. "gar nichts mehr, mein freund!" war meine antwort.
man nehme einen aussteiger, eine mittelgroße stadt in bayern oder sonstwo, ein brachliegendes grundstück, auf dem die natur mehrfach (durch vermüllung und baggerarbeiten) vergewaltigt wurde, den unbedingten willen, diesem zustand abzuhelfen und ein wenig gartenwerkzeug.
diese ganzen zutaten haben gebracht, daß die brachfläche nicht mehr vergewaltigt wird, daß dort statt müll ein paar blumen blühen und daß ich mir sogar mein gartenhäuschen bauen konnte, ohne jemanden fragen zu müssen. ich hasse fragen und noch mehr ein "nein"!
wenn man so agiert, kann man nicht gestoppt werden!!!
mfg markus frowein
ps: hätte ich das ganze zb. in kassel gemacht, wäre ich schon mitglied bei der documenta.
dort ist halt kein csu-leuchtturm
amaroland
 

Re: Wo darf man bleiben ?

Beitragvon Gabriela » 2. Okt 2010 21:18

Hallo Markus,

alle Skeptiker, alle Zweifler stellen sich Fragen und sich keine Fragen mehr stellen dürfen hieße für mich auch, den Sinn von Märchen nimmer zu hinterfragen, Dabei dienen doch Märchen lediglich, erlebte Wahrheit im Kostüm weiterzutragen...

Das Universum beantwortet alle Fragen, ich muss nur bereit und offen für eine Antwort sein..Und so gesehen liebe ich auch Fragen, wenn ich offen lasse, wer sie mir beantwortet...
Du z.B. hast mir heute gleich mehrere Fragen beantwortet, Markus...deren Antwort ich heute allerdings erst sehen wollte...

Liebe Grüße nach Regensburg von Gabriela
Gabriela
 

Re: Wo darf man bleiben ?

Beitragvon amaroland » 2. Okt 2010 22:30

danke, daß ich dir behilflich sein durfte.
mfg markus
amaroland
 

Re: Wo darf man bleiben ?

Beitragvon Maria Magdalena » 5. Okt 2010 18:57

@amaroland

Hallo, Markus!

Ich finde es bemerkenswert, wie Du Dein Projekt umgesetzt hast und dass Du den Mut hast, alles ohne eine Absicherung durchzuziehen.

Gruß
Sam
Die meisten leben in den Ruinen ihrer Gewohnheiten.

>>> Alternative Neue Schenkerbewegung
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