Krankenversicherung

und Selbstversorger und solche, die es werden wollen

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Krankenversicherung

Beitragvon räuber » 1. Okt 2008 12:41

ich schreibe nicht, weil ich angst davor habe, ohne krankenversicherung zu leben, sondern im gegenteil. ich WILL ohne krankenversicherung leben, weil ich keinen sinn darin sehe, einen großteil meines einkommens für eine völlig überteuerte leistung auszugeben bzw. mich damit dem arbeitszwang zu verpflichten. und sollte tatsächlich etwas sein, etwas härteres, dann hab ich eben pech gehabt. ich bin mir dessen voll bewusst.

aber wie ist das nun.
seit neuestem herrscht ja krankenversicherungspflicht und nicht-beachten wird mit nachzahlung und strafgeld geahndet. d.h., wenn ich jahrelang nicht versichert war, kann sich die summe, welche ich nachzahlen muss, im 2stelligen bereich bewegen!

an alle "aussteiger" bzw. "außenseiter": wie macht ihr das? wie löst ihr das?
wer nichts hat, bei dem gibts nichts zu holen, könntet ihr sagen.
aber wie war das gleich noch mal- sind dann die nächsten verwandten dran?
und was, wenn ich mich doch wieder dazu entscheide, einen job anzunehmen? bin ich dadurch nicht gezwungen bis an mein lebensende, sklavendienste zu leisten, um die schulden abzuzahlen? ich fühle mich in meinem recht auf freiheit verletzt!

http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte
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Beitragvon Demian » 1. Okt 2008 14:58

Hm wie das aussieht weiß ich leider auch nicht. Ein Freund hat auch plötzlich ein paar hundert Euro Schulden.
Tja ein unbescholtener Bürger hat nichts zu fürchten? Mit der Krankenversicherungssache aber doch schnell mal den Gerichtsvollzieher am Hals, was?

Was anderes zum Thema. Ich hab gerade die schwammige Idee eines Netzwerkes für Verrückte. Alle Vagabunden, Taugenichtse und Habenichtse sollen willkommen sein und sich in eine Liste eintragen. Mitglieder genießen in Notsituationen Hilfeleistung ohne Gegenleistung wenn sie sich bei einem anderen Mitglied melden. Damit meine ich nicht zB Geldnot sondern Hungersnot oder Obdachlosigkeit und dergleichen. Wenn also ein Mitglied bei mir auf der Matte steht, Hunger hat und erkältet ist, bekommt er erstmal ne Tasse Tee und n paar belegte Brote und darf ein paar Nächte auf der Couch schlafen. Sowas in der Art.
Außerdem soll das ganze ein bisschen zum Mutmachen dienen. Wenn jemand irrwitzige Pläne des Taugenichtstums hat und einfach loszieht, fühlt er sich ja ganz gern mal ein bisschen verloren wenn er so allein dasteht. Evtl machts ja dann ein bisschen Mut, wenn er ein Netzwerk im Rücken hat, dass seinen Drang zur Unabhängigkeit versteht und gutheißt.

Es ist nur ein ganz vager Plan und womöglich bald vergessen. Aber trotzdem jemand Interesse? Verbesserungsvorschläge?

LG

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Zuletzt geändert von Demian am 1. Okt 2008 16:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon räuber » 1. Okt 2008 16:44

ich find deine idee super, ich bin dabei.
ich wollt den leuten aus wendisch-paulsdorf (und anderen, die es brauchen) sowieso schon vorschlagen, dass ich ihnen saatgut etc. schicken kann, wenn sie es möchten.(?) nur mit einer unterkunft kann ich momentan (noch) nicht dienen.
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Beitragvon Iri » 1. Okt 2008 17:17

Hallo ihr,
das ist ja lustig, denn von einem Netzwerk-gedanken wollte ich auch schon schreiben. (Werde ich auch noch in meiner Antwort zu "was wäre wenn?")
Und Saatgut können wir gut gebrauchen. Schlafmöglichkeiten und Durchfütterungsmöglichkeiten gibt es bei uns - allerdings muss man mit der Unordnung zurechtkommen. Sonst bieten wir noch einen kleinen Streichelzoo. :)
Vielleicht hat so ein Netzwerk ja Erfolg.

liebe grüße
Iri
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Beitragvon Iri » 1. Okt 2008 17:32

Ich kenne zwei Leute, die jetzt ohne Krankenversicherung leben, und sie haben noch nicht mal Briefe bekommen. Man verstößt zwar gegen das Gesetz, wenn man nicht versichert ist, aber jedenfalls haben die Leute, die ich kenne bis jetzt keine Probleme bekommen. Es ist aber so, dass wenn du dich nach einer bestimmten Zeit wieder anmeldest, dann musst du die ganzen Monate zurückzahlen, in denen du nicht versichert warst, auch wenn du keine Leistung in Anspruch genommen hast (aber maximal für die zurückliegenden 4 Jahre + 5 % Versäumniszuschlag)
Ja, dieses Gesetz ist wirklich unverschämt, aber die Regierung tut so, als hätten sie es aus Nettigkeit gemacht, weil somit keiner mehr ohne Versicherung leben muss.
Gruß
Iri
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Beitragvon Demian » 1. Okt 2008 17:33

Super, dass ihr dabei seid. Ich werd mir noch überlegen wie wir das mit Kontaktdaten am besten machen. Das gescheiteste ist wohl einfach via email zu sammeln.
Ich hab die Idee auch schon in einem anderen Forum angesprochen wo auch schon bereitwillige Mitmacher gefunden sind. Mal sehn was sich ergibt.

LG

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Beitragvon räuber » 1. Okt 2008 21:26

demian, ich bin da guter dinge!
wenn du schon sogar leute aus nem anderen forum gefunden hast, wird sich das sicher gut entwickeln. :)

iri, was könntet ihr denn an saatgut gebrauchen?
ich kann euch alles mögliche beschaffen.
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Beitragvon Demian » 2. Okt 2008 08:50

Ich mach mal einen neuen Thread extra fürs Netzwerk auf in der Hoffnung auf mehr Zuspruch. :)
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versicherungszwang

Beitragvon räuber » 7. Okt 2008 16:20

noch mal zur krankenversicherung.
bei mir ist das thema nämlich ganz akut- ich habe momentan kein einkommen, lebe von meinem ersparten und soll mich nun "freiwillig" :lol: versichern (von meiner krankenkasse aus, wo ich mich dummerweise bereits "gemeldet" habe). der betrag würde sich auf 130 euro belaufen; das ist so viel, wie ich hier miete zahle. ich habe das geld nicht angespart, um danach gleich weiterarbeiten zu müssen, sondern um mich mal erholen zu können, zumal ich seit meines letztens jobs irgendwas mit dem rückenmuskel habe, was bei stress und lange-sitzen wieder schlimmer wird. nun bin ich gezwungen, arbeiten zu müssen, wobei mir aber schon beim gedanken daran schlecht wird.

ich habe jetzt daran gedacht, das land wieder zu verlassen.
wie sieht das in der schweiz oder in italien aus?
gibts dort versicherungszwang?
ich habe mal gehört, in italien gäbe es eine kostenlose ärztliche behandlung für alle?
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Beitragvon Iri » 7. Okt 2008 18:45

Ich kann dir nicht sagen, wie das in anderen Ländern ist. Und was ist, wenn du wo hinziehst, wo du umsonst leben kannst, und dich versichern lässt? Dann wäre das finanziell ja kein Unterschied mehr...
Das hörte sich jetzt bei dir so an, als wäre das erstmal ne vorübergehende Sache mit dem Leben ohne Krankenversicherung, nur wenn du das jetzt durchziehst, dann werden immer Schulden auf dich zukommen, wenn du es dir nach einiger Zeit anders überlegst und dich wieder versichern willst. Oder willst du nie nie nimmermehr in Deutschland arbeiten und krankenversichert sein? Dann könntest du eigentlich das Risiko eingehen und dich jetzt einfach nicht mehr melden bei der Versicherung...(Dann würd ich an deiner Stelle aber gleich richtig auf die Pauke hauen, und gleich noch die Personalpapiere verbrennen :lol: )
Gruß
Iri
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