Glückskinder - Pechskinder

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Glückskinder - Pechskinder

Beitragvon räuber » 13. Jan 2009 20:56

Hallo,

ich höre in letzter Zeit immer häufiger die Bemerkung: "Der hat Pecht gehabt." oder "Ich habe sehr viel Glück in meinem Leben gehabt."

Gibt es sowas wie "Glück" & "Pech" überhaupt?
Oder ist es das Zusammenspiel bestimmter Veranlagungen?
Warum hat der eine mehr Glück, der andere weniger?

Kann man dem aktiv entgegenwirken, oder hat man als Pechskind eben Pech gehabt? :)
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räuber
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Pech / Glück

Beitragvon corinna » 14. Jan 2009 02:53

Lieber Räuber.

Ein interessantes Thema wirfst Du da auf :-)
Ich glaube nicht, dass es Glückskinder und Pechskinder gibt.
Ich glaube, es ist eine Sache der inneren Einstellung, die man hat. Hier ist wohl der Blickwinkel auf die Dinge ausschlaggebend. Und vermutlich auch der Fakt, ob man positiv durch das Leben geht oder nicht.
Sieh's doch mal so;
Ich hatte in meinem Leben schon einige schlimme Unfälle, was mit meinem Beruf zusammenhängt.
Und ich hatte immer "Glück" Und was für ein großes Glück :-) *freu*
Ich bin schon als Kind aus großer Höhe vom Trapez abgestürzt. *rumms*
Ich habe mir neben Prellungen nur den linken Arm gebrochen. Zwar war es ein Mehrfachbruch, aber was für ein Glück!! Der Schmerz war erträglich und ich habe mir nicht das Genick gebrochen :-)
Ich bin zweimal vom Pferd gestürzt. Und habe mir (wie soll es anders sein) beide male wieder den linken Arm gebrochen. Aber ich hatte echt Glück, es war ein wirklich schwerer Sturz dabei, ich habe auch die Hufe an die "Birne" bekommen, das Pferd ist auf mich draufgefallen ( ich wiege 49 Kilo) :roll: aber ich hatte echt Glück, es war nur der Arm gebrochen und eine Gehirnerschütterung... ein paar Quetschungen, Prellungen....Wir haben das ein paar Tage später gefeiert *lach* Weil ich noch lebe :mrgreen: Ich hätte mir ja auch das Kreuz oder den Schädel brechen können.
Viele Jahre später hatte ich noch einen Unfall und mein Cousin ist volle Pulle auf mich drauf gekracht. Seit dem ist mein Rücken im A... , aber wäre er auf den Boden geknallt wäre er vielleicht tot. Ich habe echt Glück, dass er noch lebt.
Naja...und meinen Job konnte ich zwar nicht mehr machen aber dadurch kam ich ins Weißeritztal. Der schönste Ort vom Planeten *lach* Was für ein Glück!!! Hier bin ich endlich zur Ruhe gekommen und ich vermisse das Nomadenleben auch nicht.
Als Kind mußte ich dauernd in eine andere Schule, hatte immer den "Außenseiterstatus". Das hat wenig Spaß gemacht, aber ich bin froh und glücklich darüber, dass ich nicht im klassischen Sinne "bürgerlich" groß geworden bin. Ich hatte zwar keine Freunde in den Schulen aber ich fand das Verhalten der Meisten sowieso irgendwie seltsam. Ich war zwar immer allein únter den Kindern, aber das habe ich nicht bedauert. ich war glücklich, dass ich nicht so unecht und unsozial war wie die anderen und dass nach der Schule wieder zu "echten" Menschen gehen konnte. Wo man sagen darf, was man denkt. Ohne Zwänge und Strafen. :mrgreen:
Hatte ich nun Pech, dass ich so allein war oder hatte ich Glück, weil das schon früh meine Beobachtungsgabe geschärft hat? Das kann man sehen wie man will. Ich nenn es "gute Fügung" Habe viel daraus gelernt.

Was ich damit sagen will ist, dass es auf die innere Einstellung ankommt. Natürlich ist es tragisch wenn man an einer unheilbaren Krankheit leidet; ob man dem noch etwas Gutes abgewinnen kann, vermag ich nicht zu sagen. Ist das dann echtes "Pech" ?

Es wird eben auch zuviel gejammert.
Bei uns zu hause sagten wir immer, "wer jammert ist zu faul zum sterben"

eine alte "Zirkusweisheit" :mrgreen: (schwerkranke mal ausgenommen)

Ich glaube dass zu oft und zu schnell von Pech geredet wird. Die Freundein / der Freund weg >> Pech?
Ich glaube nicht. Da hat man wohl was übersehen zu Anfang und nun ist man schlauer. Ist doch gut. Wieder was dazugelernt...
Man ist enttäuscht worden, von einem Menschen? Na so ein Pech!! ??
Ich glaube das ist kein Pech. Man hat gelernt keine Erwartungen mehr in andere Menschen zu legen, man lernt alles in Erwägung zu ziehen, nichts Menschliches ist einem fremd... Tiefe Abgründe lauern überall, auch in menschlichen Seelen. Also? War es Pech? So eine Enttäuschung? Ich denke man hatte "Glück" etwas Grundelegendes gelernt zu haben. Auch wenns erst mal weh tut.

Wohnung weg? Kündigung? Arbeitslos? Pleite? Pech???
Das eröffnet neue Wege, die man sonst niemals gegangen wäre. Man sucht sich eine Hütte im Wald oder findet gute andere menschen, die einem helfen oder man fragt gleich Öffi. :-) Man bekommt eine gesunde Werteverschiebung geschenkt... zurück zum Ursprung. Mensch sein. Einfach sein. Sein. Glücklich sein.
DAfür das einem durch "Pech" viel genommen wird, bekommt man soooviel geschenkt. Persönliche Entwicklung? Glück?
Vielleicht.
Ich kann nicht sagen, dass ich schonmal Pech hatte. Manchmal tat die Seele weh. Aber tief drinnen Glück. Ein Kinderlachen, die Wälder, die (netten) Menschen, der Wind auf der Haut, Sonnenstrahlen...
Das nennt man nicht Pech . Da hat man doch alles.

Ganz liebe Grüße an Dich :-)
corinna
 

Beitragvon corinna » 14. Jan 2009 03:07

Wahrscheinlich ist auch grundlegend wichtig, was man als Glück empfindet. Das definiert vielleicht jeder einzelne ganz anders.
Manche macht ein Lottogewinn glücklich.
Oh Gott, da müsste ich mir monatelang das Hirn zermartern was man am besten damit macht. Nee das wäre für mich kein Glück. Echt nicht.

Und dann empfinden es viele als Pech wenn sie nichts gewonnen haben. Was für eine Tragik.

Vieleicht wird mit diesen Worten zuviel rumgeworfen?
Keine Ahnung.
corinna
 

Beitragvon räuber » 16. Jan 2009 23:57

...Und ich dachte schon, das Thema wär total blödsinnig. :-)
Ja, du hast Recht; es ist wie mit Allem (zum Beispiel wie mit dem Sinngehalt eines Themas ;-) ): Eine Frage der Betrachtung. Und es ist unklug, den ungünstigsten Blickwinkel zu wählen. Demzufolge können "Glückskinder" für einen Anderen "Pechskinder" sein und umgekehrt.

Danke für diesen wunderbar lebendigen Beitrag; er hat mir auf die Sprünge geholfen! :) Liebe Grüße auch an dich.
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Beitragvon Douleur » 26. Feb 2009 13:13

Das Leben ist schon eine Art Lotteriespiel. Der eine kommt als Kind von reichen Eltern auf die Welt, die sich eine teure Privatschule leisten können und das Kind aufgrund ihres Beziehungsklüngels in den besten Jobs unterbringen können, andere Menschen kommen als Kind in einem Entwicklungsland auf die Welt, wo sie die ersten 5 Jahre wahrscheinlich nicht überleben.
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Beitragvon Kettwiesel » 8. Mär 2009 04:00

wer Brunsblöd ist und nichts aufnimmt aus Aroganz und vorutril der braucht sich nicht wundern wenn er immer wieder in die Scheiße greift. Arsch zeigen und auch mal NEIN zu sagen will gelernt sein, das können die wenigsten. Sage was du denkst egal wann und wo und gut iss, Bei Ämtern drehe ihnen den Spieß um die wollen dies und das und jenes sei immer einen Schritt voraus und die können dich alle Kreutzweise!
Kettwiesel
 

Beitragvon Lichtträger » 9. Mai 2009 16:47

Zitat von Vincent van Gogh :

»Was bin ich in den Augen der meisten? Eine Null oder ein exzentrischer und unangenehmer Mensch – jemand der keine Stellung in der Gesellschaft hat und nie haben wird, kurz, der Niedrigste von den Niedrigen. Nun gut, selbst wenn es so wäre, dann würde ich gern durch meine Arbeit zeigen, was im Herzen so eines Außenseiters, so eines Niemands ist« :idea:
Lichtträger
 

Beitragvon räuber » 4. Jul 2009 14:30

hallo, ich bin seit langem mal wieder hier in diesemm forum und gerade auf dein tolles zitat gestoßen, lichtträger. danke dafür!
"Man hält mich für einen Antimodernen und ultrapessimistischen Technologiegegner. Nun, ob mich das optimistisch oder pessimistisch stimmt, ist hier schnuppe. Es kommt darauf an, ob ich gut geschlafen und gegessen habe."

Guillaume Paoli
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