Absicherung!

und Selbstversorger und solche, die es werden wollen

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Beitragvon räuber » 1. Okt 2008 13:27

hallo moni, ich wollte gerad schauen, ob du mein thema vielleicht schon aufgegriffen hast, bin dabei aber über das hier gestolpert:

moni hat geschrieben:Ein mir bekannter Schenker ist verrückt geworden. Er bekam eine Psychose und wir hatten Glück, das es kein schwerer Fall war und er nun wieder (hoffentlich gesund) bei seiner Familie lebt. Bei dieser und bei anderen psychischen Krankheiten kann er zu aggressiven oder selbstverletzendem Verhalten kommen, dann braucht man unbedingt professionelle Hilfe. Bei einer ehemaligen Schenkerin soll es auch schon zu einem Selbstmordversuch gekommen sein (nach ihrer Zeit als Schenkerin, aber auch aufgrund dessen).


warum ist das so?
warum kann das "schenkerleben" zum ausbruch einer psychose führen und sogar zum selbstmordversuch? (im grunde spielt das wieder auf das thema an, was wir schon mal in einem anderen thread hatten, aber ich wills noch einmal genau wissen).
muss man für ein leben als "aussteiger" (was es ja eigentlich gar nicht gibt...) besonders stabil sein oder kann es auch hartgesottene völlig aus der bahn werfen?
liegt es daran, dass sichergeglaubtes (anschauungen, ideale etc.) plötzlich wieder ins wanken gerät?

seltsamerweise kann sowas auch bei einer reise passieren (da gabs vor ein paar monaten einen bericht in "psychologie heute")... und passiert sogar gar nicht so selten, die symptome reichen von leichter psychose bis einweisung.
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Beitragvon moni » 1. Okt 2008 17:37

Ich denke, Menschen,die aussteigen wollen (aus dem Gesellschaftssystem oder auch aus dem Alltag), sind in einer seelisch instabilen Umbruchsituation. Sie wollen etwas anderes, neues und sind auch sehr sensibel. Öffi verspricht in dieser Situation Halt, aber er löst sein Versprechen nach einer besseren Gesellschaft und einer idealistischen Gemeinsachaft nicht ein. Er kann trotz gegenteiliger Behauptungen auch nicht therapeutisch auf Krisensituationen einwirken, sondern durch seine fanatische Rumdiskutierei, seine Sturheit und scheinbare Gefühlskälte (was auch immer es in Wirklichkeit ist) kann er psychische Krise verstärken.

Also, die Mensch kommen schon instabil und werden einfach nicht von Öffi gerettet. Auffällig ist eigentlich nur, dass er solche Menschen anzieht. Versteh mich richtig, ich finde solche Zeiten des Umbruchs sehr wichtig, denn sie können den Menschen und die Menschen verändern. Instabilität bedeutet Kreativtät. Aber, man sollte dabei einfach auf sich aufpassen.

So ist jedenfalls meine kleine Theorie.
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Beitragvon Douleur » 27. Jan 2009 00:27

Ich gehe bei meinem Ausstieg schrittweise vor. Zunächst einmal so ähnlich, wie es im Report mit der Asket-Strategie geschildert wird. Ich reduziere meine Habseligkeiten auf das notwendige Minimum. Gleichzeitig minimiere ich den Ressourcenverbrauch, also Wasser- Strom- und Heizung.

Dann wäre das Auto an der Reihe, wenn dieses kaputt geht werde ich es nicht mehr ersetzen.

Im nächsten Schritt plane ich entweder die Mietkosten durch Umzug in eine günstigere Bleibe zu reduzieren oder mich einer Bauwagensiedlung anschließen. Ohne festes Dach über dem Kopf möchte ich allerdings nicht sein. Und jetzt wo ich erkältet bin ist es schon schön, wenn man einfach die Fußbodenheizung etwas höher drehen kann, heißes Wasser für Tee und zum Inhalieren hat, mal eben Hühnersuppe besorgen kann usw. Das wird mir sicher schwer fallen.

Was mir gefällt ist die Lebensweise von Anne Donat (sehr gutes Buch übrigens).

Weiterhin möchte ich in die Lage kommen in der Natur zu überleben, einfach für alle Fälle oder um auf die "große Flucht" aus dem bisherigen Leben vorbereitet zu sein. Ich könnte mir vorstellen zunächst etappenweise zu beginnen.
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Beitragvon räuber » 27. Jan 2009 04:29

..."Wer wandert braucht nur, was er tragen kann". :-)
Ich mag's auch sehr. Aber mehr noch das Titelbild von ihr mit Hund in der Wüste... Bringt genau das rüber, worum's geht: Freiheit.

Im Übrigen halte ich es auch für wichtig, langsam vorzugehen, wenn man sein Leben grundlegend ändern will. Sowas ist ja ein persönlicher Prozess, und auf diesen, und nur diesen, kommt's an, denn sonst steckt man leicht einem anderen die Schuld in die Schuhe und/oder landet wieder am Anfang.
"Man hält mich für einen Antimodernen und ultrapessimistischen Technologiegegner. Nun, ob mich das optimistisch oder pessimistisch stimmt, ist hier schnuppe. Es kommt darauf an, ob ich gut geschlafen und gegessen habe."

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Beitragvon Andreas » 27. Jan 2009 15:37

Hi, Räuber!

Freiheit, scheint mir, ein sehr schwieriges Wort zu sein. Und dann gibt es die Freiheit zu etwas und die Freiheit von etwas ... :oops:

Andi
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Beitragvon räuber » 28. Jan 2009 00:36

Ja, die Utopie der Freiheit oder in Nietzsches Worten: „Frei ist, wer in Ketten tanzen kann.“
Meinst du das?
"Man hält mich für einen Antimodernen und ultrapessimistischen Technologiegegner. Nun, ob mich das optimistisch oder pessimistisch stimmt, ist hier schnuppe. Es kommt darauf an, ob ich gut geschlafen und gegessen habe."

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Beitragvon Andreas » 28. Jan 2009 13:53

Hi, Du!

Jetzt beginne ich zu stottern. Freddys "in Ketten tanzen können" gehört wohl, wenn, zu der "Freiheit zu etwas". Indes, je länger, je weniger kann ich mich mit diesem Wort befreunden. Welch' besudelte geschichtliche Karriere hat es gemacht. Und was bedeutet es überhaupt? Nein, Räuber, verzeih' mir, mir ist's schier das UNWORT schlechthin. :oops:

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Beitragvon Kettwiesel » 28. Jan 2009 22:00

Hans Söllner hat mal gesagt,
Freiheit muss weh tun, sonst ist es keine Freiheit nicht!
Kettwiesel
 

Beitragvon Saxwolf » 2. Mär 2009 01:20

Kurioses gespräch mit meiner Patentante heute:

Meine Patentante hatte vor, mir ein neuen Ausweis zu schenkern und haben heute auch mit ihr die ganzen Vorteile und Nachteile stundenlang zusammengezählt.

Das Ergebniss war eindeutig:

- kein Ausweis zu besitzen bedeutet ein Gerant zum Leben ohne Geld.

- würde ich wieder ein Ausweis besitzen, bin ich am Arsch:

Besitz des Ausweises -> Besitz von Wohnanschrift -> der Staat besitzt mich und vordert Nachzahlungen

Eine Grauzone gibt es nicht, es denn , man hat Frührente oder ist EU- Rentner.

Ich will nochmal erwähnen, dass meine Patentante für das Geldsystem ist, aber dennoch in meine Fall mit mir zu diesen Ergebniss gekommen ist.

Erstaunlich, oder????
Saxwolf
 

Beitragvon Karl d.K. » 2. Mär 2009 17:14

Hallo Saxwolf!

Ich finde das nicht erstaunlich.
Verstehen ist nicht das Ding. Fast alle Menschen verstehen, wenn sie nur mal in sich gehen.
Aber...

Dieses "aber" ist das Problem.

"Ich verstehe", bzw. "Du hast Recht", "aber"... und dann folgt altbekannt:

"so ist es nun mal"
"es geht nun mal nicht anders"
"man kann´s eh nicht ändern"

und ähnliches...!

Dieses Einsehen und dann doch ein "Aber" finden.

Zweifeln ist unser aller Problem.

LG,

KdK
Karl d.K.
 

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