Philosophiestunde

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Philosophiestunde

Beitragvon Kolibri » 13. Nov 2010 19:22

Hi Mathias,

ein Thema unseres letzten Telefongespräch ist Schenken und Teilen gewesen...Du sagtest, Schenken sei etwas anderes als Teilen...

Jesus beispielsweise teilte das Brot mit seinen Jüngern und schenkte es doch auch...
Auch Liebe wird bekanntlich größer, wenn man sie teilt...

Aristoteles Satz: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" spielt auch mit rein...

Klar, lassen sich garantiert x-Beispiele finden, wo Teilen etwas anderes als Schenken ist: geteilte Aufmerksamkeit z.B.

Bin wirklich immer noch nicht dahinter gestiegen, was dich zur o.g. Aussage kommen ließ...
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Re: Philosophiestunde

Beitragvon Tachyon » 13. Nov 2010 21:41

Ha das solltest du mal Öffi versuchen beizubringen aber ich glaub nicht, dass du den Geizhals zum teilen bringen kannst.
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Re: Philosophiestunde

Beitragvon luna » 13. Nov 2010 23:40

Sehr philosophisch.
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Re: Philosophiestunde

Beitragvon Karl d.K. » 14. Nov 2010 00:41

Wenn ich teile, verschenke ich einen Teil, oder zwei, oder drei.
Wenn ich schenke, kann ich alles schenken.

Ich hatte "schenken" mit "geben" gleichgesetzt, wobei sich das auf Öffi´s Ideologie bezog.
Ich kann natürlich nicht sagen, ob er das so meint.

Wenn jeder jedem alles gibt, hat jeder alles.
Das ist nicht nur Wunschdenken, das ist nichts als kalte Logik.

Wenn Jesus seiner boygroup das Brot teilte, nun, es ist ein Brot.
Auf christliche Mystik gebe ich nichts.

"Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile"
Ja, ist doch schön, aber welche Teile?

Es gibt drei Worte, die ich nicht mag und so selten verwende wie möglich
und Liebe ist das Größte unter ihnen. :shh:

Da wir nun offiziell eine Philosophiestunde haben (Danke, Gabriela), würde ich gern chiemono´s (Hallo, chiemono) Sinnen über die Form der Erde nachgehen.
Das finde ich interessant und s(d)eine Beweisführung dazu, ob des Abriebes deiner Schuhe, finde ich genial.
Karl d.K.
 

Re: Philosophiestunde

Beitragvon Kackvogel » 14. Nov 2010 01:23

Als Jesus das Brot brach und unter den Armen verteilte,

handelte es sich nicht um seine Arme !!!!!



Nur für den Fall das dieses biblisches Gleichnis seitens der Schenker missgedeutet wird.....
Kackvogel
 

Re: Philosophiestunde

Beitragvon Tachyon » 14. Nov 2010 03:05

Ich finde es macht keinen großen Sinn über ein praktisch nichtexistierendes Phänomen zu diskutieren, denn es gibt praktisch keinen Menschen, der wirklich selbstlos teilt oder schenkt, ausser vielleicht Jesus.

Aber zum Thema, Teilen ist eher etwas, was aus der Notwendigkeit und aus gesundem Menschenverstand heraus geschieht und Schenken geschieht eher aus überfluss und aus Spass um anderen eine Freude zu machen. Geteiltes ist meistens geschenkt aber Schenken an sich hat wenig mit Teilen zu tun.
Tachyon
 

Re: Philosophiestunde

Beitragvon Kackvogel » 14. Nov 2010 05:52

Über Geben und Nehmen

In der Vorweihnachtszeit bewegt uns wieder die Frage: Welche Geschenke sollen wir nur kaufen? Die Wissenschaft verrät, was beim Geben und Nehmen im Kopf abläuft, und sagt uns, welche Fehler wir vermeiden sollten.

Hirnforscher, Soziologen, Verhaltensforscher, Anthropologen, Fußgängerforscher, Psychologen, Evolutionsbiologen, Konsumforscher, Sozial- und Einkaufspsychologen - es sind die unterschiedlichsten Disziplinen der Wissenschaft, die sich einem Phänomen widmen, mit dem fast jeder von uns alle Jahre wieder seine Probleme hat: dem Schenken. Der Rat der Schenkforscher lautet:

Schenken sollte sehr ernst genommen werden.

Geschenke können ein Quell der Freude sein, aber vor allem sind sie riskant. "Denn der Akt des Schenkens bildet die Basis unserer sozialen Bindungen schlechthin", schreiben die französischen Ethnologinnen Sophie Chevalier und Anne Monjaret im Wissenschaftsmagazin Gehirn und Geist. "Mit Hilfe von Geschenken knüpfen, pflegen oder kappen wir Kontakte."

Socken oder DVD, Schmuck oder Parfüm, schön und unnütz oder lieber eine praktische Haushaltshilfe, teuer oder selbst gemacht? Die Frage, welches Geschenk dem anderen Freude bereitet, bewegt viele Menschen, während sie durch die Kaufhäuser drängen, sich über Weihnachtsmärkte schieben lassen oder vor dem Glühweinstand in der Schlange stehen.

Solchen körperlichen Verkehrsstaus beim weihnachtlichen Hindernisrennen widmen sich Fußgängerforscher. Am Computermodell simulieren sie Massenbewegungen, um die Geschenkesucherströme zu lenken. Der britische Psychologe und Stressforscher Aric Sigman hat im Feldversuch auf der Oxford Street herausgefunden, dass vorweihnachtliche Shopper im Schnitt 114 Mal pro Stunde angerempelt wurden, ihr Herzschlag nach dem Shoppen um bis zu 16 Prozent und der Blutdruck um mehr als 13 Prozent gestiegen waren.

Männer greifen oft nach dem nächstbesten Geschenk

"In der Vorweihnachtszeit geht es in den Einkaufsstraßen nicht besonders friedlich zu", sagt Sigman. "Beim Einkaufen zeigen viele das klassische Angriffs- oder Fluchtverhalten." Frauen seien dabei angespannter als Männer, da sie sich bei der Suche nach dem richtigen Geschenk mehr Mühe gäben. "Wirklich gestresst sind die Männer erst, wenn sie vor der Damentoilette auf ihre Partnerin warten müssen", stellte Sigman fest. Der US-Einkaufsforscher Paco Underhill fand heraus, dass Frauen Geschäfte langsamer und aufmerksamer durchstreifen als Männer, die wiederum oft nach dem nächstbesten Geschenk greifen.

Das kann gefährlich werden. "Freiwilliges Geben, Teilen und Schenken stabilisiert Beziehungen und hemmt Aggressionen", sagt Friedrich Rost, Psychologe und Soziologe an der Freien Universität Berlin. Ein Geschenk soll sagen: Ich mag dich, du bist mir wichtig, ich freue mich, wenn du dich freust. "So können wir anderen Menschen unsere Gefühle gestehen oder um Verzeihung bitten", meinen Chevalier und Monjaret. Fehlt diese Botschaft oder kommt sie beim Beschenkten nicht an, ist die Gabe bestenfalls nur noch die geldwerte Ware, aber kein Geschenk. Schlimmstenfalls haftet an lieblosen oder unpersönlichen Verlegenheits-geschenken die Botschaft: "Ich hatte keine Lust, mir Gedanken zu machen." Dann sind Enttäuschung oder Streit programmiert.

Jede Gabe fordert irgendwann eine Antwort

Warum also schenken, wenn das Risiko, jemanden zu enttäuschen, so hoch ist? Zumal es in fast allen Kulturen und Beziehungen nach der Regel "Geben, Nehmen und Zurückgeben" erfolgt, es sich also um einen Tausch handelt. Jede Gabe fordere irgendwann eine Antwort, sagt Chevalier. Das wird Weihnachten am deutlichsten, wenn zeitgleich Präsente getauscht werden - mit erhöhtem Risiko: Man hat keine Chance mehr, seine Gegenleistung anzupassen und Gleichwertiges zurückzugeben. Rein rechnerisch wäre Schenken eine überflüssige Transaktion. Zudem kann "in der modernen westlichen Gesellschaft ein großer Teil der Menschen die gewünschten Konsumgüter auf dem Markt selber erwerben", wie die Hamburger Psychologin und Organisationsberaterin Gisela Clausen sagt. "Nicht kaufen kann man jedoch die soziale Wertschätzung, die durch ein Geschenk übermittelt wird."

Schenken ist ein evolutionär sehr altes Verhalten

Friedrich Rost nennt Schenken "soziales Handeln par excellence", denn es ist auf andere gerichtet, kommt aber meist beiden zugute. "Dem Psychologen Alfred Adler zufolge sind wir ewig auf der Suche nach Anerkennung", sagt der Schenkforscher. "Und die lässt sich mit dem richtigen Geschenk sogar wortlos übermitteln. Ist das Schenken geglückt, haben beide Anerkennung erfahren."

Hans Selye, kanadischer Arzt und Begründer der Stressforschung, sieht ebenfalls das Dürsten nach mitmenschlicher Anerkennung im Mittelpunkt des Lebens. "Sämtliche Handlungen sind darauf angelegt, bei unseren Mitmenschen Guthaben der Dankbarkeit' zu kumulieren, damit der ständige Mangel an Anerkennung befriedigt werden kann." Nach Meinung von Soziobiologen ist Schenken ein evolutionär sehr altes Verhalten, das sich aus der Partnerwerbung und der Säuglingspflege entwickelt hat. Der Anthropologe und Ethnologe Claude Levi-Strauss ist überzeugt, dass erst durch das Verschenken von Frauen von einem Clan an einen anderen aus einem Inzesttabu heraus durch die verwandtschaftlichen Bindungen größere gesellschaftliche Einheiten entstanden sind. Männer machten sich Frauen zum Geschenk, bevor dann die Frauen ihrerseits mit Geschenken umworben wurden.

Die Art der Verwandtschaft bestimmt die Großzügigkeit des Schenkenden, fanden australische Forscher um den Psychologen Bill von Hippel heraus. Die Enkel wurden umso reicher beschenkt und bei Erbschaften bedacht, je sicherer die genetische Verwandtschaft ist. "Großmütter mütterlicherseits stehen ihren Enkeln näher als andere Großeltern", so von Hippel. Am schlechtesten sei das Verhältnis von Großvätern väterlicherseits zu ihren Kindeskindern. Männer könnten nie völlig sicher sein, dass ein Kind von ihnen stamme.

Die Formel für das perfekte Geschenk

Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus: Unser Hirn liebt Überraschungen. "Das Belohnungszentrum im Gehirn antwortet nicht ebenbürtig auf jede erfreuliche Substanz, sondern reagiert viel stärker, wenn das Ver-gnügen unerwartet war", sagt Hirnforscher Gregory Berns. Um zu prüfen, ob ein Präsent perfekt passt, haben britische Psychologen aus einer Studie über die Schenkgewohnheiten ihrer Landsleute eine Formel entwickelt:

PPI = T + G + S + V + B. Der PPI (Present Popularity Index) gewichtet die Faktoren Zeit beim Aussuchen (T, 0 bis 5 Punkte), Interesse des Beschenkten am Gebenden (G, 0 bis 4 Punkte), Nutzen des Geschenkes (S, 0 bis 3 Punkte), Wert (V, 1 Punkt) und Umtauschmöglichkeit (B, 1 Punkt). Beträgt die Summe der Faktoren mehr als zwölf, ist das Geschenk perfekt, bei unter vier Punkten pure Geldverschwendung.
Kackvogel
 

Re: Philosophiestunde

Beitragvon Kackvogel » 14. Nov 2010 06:40

Buchtipp für Öffi...Durchlesen und endlich die Fresse halten !

Autor: Soziologie-Professor, Gerhard Schmied
Titel: SCHENKEN


http://www.amazon.de/Schenken-Gerhard-S ... 3810015695

Damit dürfte das lächerliche Thema "Schenker" dann hoffentlich und endlich vom Tisch sein !?

Produktbeschreibungen

Der explizite wie implizite Hintergrund ist in der Regel die deutsche Gesellschaft der Gegenwart. Es werden jedoch auch die USA, Kanada und Großbritannien betrachtet, also in erster Linie westliche Gesellschaften, für die Industrialisierung und Individualisierung charakteristisch sind.
- Soziale Dimensionen des Schenkens und die Soziologie
- Zur Definition des Schenkens
- Grenzformen des Schenkens: Opfern, Almosengeben, Spenden,
Trinkgeld geben
- Schenken und soziologische Konzepte (I): Funktion, Gefühl,
Indentität, Status
- Schenken im Licht von sozialwissenschaftlichen Theorien:
Soziobiologie, Austauschtheorie, Feminismus
- Grundelemente des Schenkens (I): Das Geschenk
- Grundelemente des Schenkens (II): Die Übergabe
- Schenken und soziologische Konzepte (II): Lebenslauf
- Schenken und soziologische Konzepte (III): Zyklik
- Zusammenfassung: Schenken in Sprichwörtern, Sinnsprüchen
und Redewendungen
- Literaturverzeichnis
Kackvogel
 

Re: Philosophiestunde

Beitragvon Kolibri » 14. Nov 2010 10:02

@Tachy

Ich frage mich seit längerem, welches Geschenk könnte ein Öffi in seiner Rolle als Märtyrer (Märtyrer, auch Martyrer (von griechisch ?????? „Zeuge“ oder ????????? „Zeugnis“, „Beweis“;[1] weibliche Formen Märtyrerin bzw. Martyrerin, sowie Märtyrin bzw. Martyrin) sind Menschen, die um des Bekenntnisses ihres Glaubens willen einen gewaltsamen Tod erdulden. Quelle: Wiki) an jeden von uns haben?
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Re: Philosophiestunde

Beitragvon Kolibri » 14. Nov 2010 10:22

Öffis Geschenke, ich schriebs einige Male, sind eher immaterieller Natur, die ich annehmen kann, weil diesbezüglich ein innerer Kanal geöffnet ist, ich also empfänglich bin. Ein Grund, weswegen ich oft zur Stelle bin, wenn er was geschrieben hat....

Was die Formel für ein perfektes Geschenk angeht, Gulo, die ich wirklich genial finde, so wirst du möglicherweise, wenn ich dir eine Katze schenke, weniger was mit ihr anfangen können als ich. Öffi ist ein Kater...mit einem Mitteilungsbedürfnis, als dargebotenes Geschenk für alle, wobei seine Gebetsmühlentexte nur ein Teil des Geschenkes sind, das er allen gibt, so wie die offensichtliche Anwesenheit eines Katers in der Öffentlichkeit....der sowohl Freude, als auch Aggressionen auslösen kann, jenachdem, wie meine Einstellung zu Katern ist und was ich von solch einem Tier erwarte....
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